Corona ist Chance, dass Schule dazu lernt. Kommentar von Erziehungswissenschaftler Michael Schratz im "Standard"

Bild von Sasin Tipchai auf pixabay. Bearbeitung: PSt
Bild von Sasin Tipchai auf pixabay. Bearbeitung: PSt

"Das Coronavirus könnte zur wirksamsten Fortbildungsmaßnahme des Jahrhunderts werden." So Erziehungswissenschaftler Michael Schratz in seinem Kommentar "Das verrückte Klassenzimmer" im heutigen "Der Standard". Da der Artikel elektronisch nicht erreichbar ist, hier eine Zusammenfassung.

 

Was die Schule aus der Krise lernen kann, fasst Schratz so zusammen:

 

1) Vertrauen in die Professionalität der Lehrer*innen. "Sie zeigen, wozu sie imstande sind!" Schratz fordert "autonome Spielräume" für sie.

 

2) Vertrauen in die Schüler*innen. Sie  "wachsen über sich hinaus, wenn man sie ernst nimmt und ihnen mehr zutraut."

 

3) Mehr Maßnahmen für Schüler*innen, die in der Schule "auf der Strecke bleiben". Sie fallen durch den Fernunterricht noch mehr zurück.

 

4) Lebenserfahrungen als Aufgaben für die Matura.

 

Schratz zeigt die Widersprüche im System auf: Verbote zur Teilnahme an den Fryday for Future (FFF) Demonstrationen stehen im Widerspruch zur plötzlich möglichen Dislozierung des Unterrichts. Verbote, obwohl gerade die Teilnahme an den FFF-Streiks "die im Lehrplan geforderte Eigentätigkeit, Selbstverantwortung und lebensnahes Lernens" erfüllt.

 

Deutlich ist für Schratz auch der Vorteil der "Flipped Classes": Die Schüler*innen "erarbeiten .... selbstständig das erforderliche Wissen" und die Lehrer*innen ermöglichen die nachhaltige Verankerung, individuell für jede*n Schüler*in.

 

Mehr in der Wochenendausgabe von "Der Standard", 28. und 29. März 2020. Gibt's auch in Papier und manchmal sogar an den Straßenecken.

 

Bildnachweis: Bild von  Sasin Tipchai auf Pixabay

 

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ÖLI macht Schule: Abschlusszeugnisnoten als Maturabeurteilung übernehmen

Sehr geehrter Herr Minister Faßmann!

Sehr geehrter Herr Generalsekretär Netzer!

 

Wir möchten uns dafür bedanken, dass Sie den ÖLI-UG-Vorschlag vom 15.03.2020, die noch ausständigen Präsentationen der VWAs und Diplomarbeiten den Maturant*innen zu erlassen, aufgegriffen und umgesetzt haben. Besten Dank. Wir meinen, das war für alle eine gute Vorgangsweise.

 

Diese Woche wurden der Öffentlichkeit Ausbreitungsrechnungen präsentiert, die eindeutig zeigen, dass die COVID-19-Maßnahmen richtig sind und die COVID-19 Pandemie für das österreichische Gesundheitssystem bewältigbar bleibt, solange die Maßnahmen der Kontaktreduktion und derSchulschließungen aufrechtbleiben.

 

Alle vorgestellten Szenarien zeigen aber auch, dass eine durch Lockerung der Maßnahmen verursachte zweite COVID-19 Erkrankungswelle innerhalb kurzer Zeit zu einer deutlichen Zunahme der Krankheitszahlen führen würde.

 

Maßnahmen, wie das Homeschooling, das Abstandhalten und die Kontaktreduktion werden wohl weit über Ostern hinaus und bis in die Sommerferien hinein aufrechtzuhalten sein. Insofern möchten wir die Matura/RDP/Abschlussprüfungen thematisieren und mit einem weiteren Vorschlag an Sie, Herr Minister Faßmann, herantreten:

 

Hier unsere konkreten Vorschläge für die Abschlussklassen:

 

1. Unabhängig davon, wann für die 8.Klassen AHS, die 5. Klassen BHS, die Abendschulen bzw. die Abschlussklassen an BMS das Schuljahr fortgesetzt wird, soll sichergestellt werden, dass die Schüler*innen vor der Notenkonferenz 3 Wochen Unterricht haben. Je nach Beginn, verschiebt sich der Schulschluss entsprechend nach hinten.

 

2. Die Schüler*innen bekommen ein Reifeprüfungs-Zeugnis, in das die Noten des Abschlusszeugnisses (in den gewählten bzw. vorgeschriebenen Fächern) übernommen werden. Sollte ein Fach in der 8. (5.) Klasse nicht mehr unterrichtet worden sein, so gilt die Note des Zeugnisses der 7. (4.) Klasse.

 

3. Analog dazu soll auch mit dem Abschlussprüfungszeugnis in den BMS verfahren werden.

 

Diese Vorschläge sind praktikabel, zielführend und gerecht. Wir finden, diese Krise und die weitreichenden Maßnahmen sind nicht nur eine große Herausforderung, sondern für alle auch eine große Belastung. Wir meinen aber auch, dass wir es nicht zulassen können, dass einem ganzen Matura-Jahrgang unverschuldet eine gravierende Benachteiligung und vor allem eine Beschneidung seiner Zukunftsperspektiven zugemutet werden soll.

 

Wir sehen zunehmend, dass die jungen Menschen auch ein außergewöhnliches Engagement – in Lernsituationen und auch im Bewältigen dieser Krise - an den Tag legen und an dieser Krise auch wachsen und reifen.

 

In diesem Sinne sind in dieser außergewöhnlichen Situation auch besondere Lösungen gefragt und notwendig.

 

Besten Dank,

Gerhard Pušnik  ÖLI-UG AHS      Gary J. Fuchsbauer ÖLI-UG BMHS

_________________
Kontakt: Dr. Gerhard Pušnik, pusnik@oeli-ug.at 0664/39186464

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