Wir schicken unsere Jugendlichen viel zu früh in die Schule

Die meisten Jugendlichen kommen unausgeschlafen in die Schule - und das hat negative Folgen  Bild: Joachim Wiesner
Die meisten Jugendlichen kommen unausgeschlafen in die Schule - und das hat negative Folgen Bild: Joachim Wiesner

Tagtäglich schicken wir unsere Kinder im Teenageralter viel zu früh in die Schule.

 

Kommentar von Manfred Sparr

 

Das ist zwar für Schlafforscher_innen und regelmäßige Leser_innen des ÖLI-Blogs ein alter Hut, aber die Bildungs- und Schulverantwortlichen, die Lehrer_innen und die Elternvertreter_innen – ja auch die Eltern! -   ignorieren diese Tatsache seit Jahrzehnten beharrlich. Begründungen? Gibt es meines Erachtens wirklich keine ernstzunehmenden. Dass ein späterer Unterrichtsbeginn nicht mit den üblichen Arbeitszeiten der Eltern zusammenpasse, ist wohl der häufigste geäußerte Einwand. Und außerdem würde der restliche Ablauf im Familienleben komplett durcheinandergeraten, wenn die Teenager nicht pünktlich um acht Uhr in der Schule antreten müssen. Oder besser noch früher! Mir ist eine BMHS bekannt, die um 7:20 Uhr mit dem Unterricht beginnt. Also bitte, was ist denn das für ein Argument?

Mehr ausgeschlafene Schüler_innen im Unterricht und ...

Das mag zwar in einigen sehr wenigen Einzelfällen wirklich ein Problem darstellen, aber wir reden hier doch über eine einfache organisatorische Änderung des Schulbetriebes, der für die Jugendlichen sehr viel Vorteile bringen würde: Wie eine neue Studie, diesmal die „Sleepmore in Seattle: Later school start times are associated with more sleep and better performance in high school students“, Science Advances, 12.12.2018, (wieder einmal) nachweist, bedeutet ein späterer Unterrichtsbeginn mehr ausgeschlafene Schüler_innen im Unterricht, damit bessere Schulleistungen und signifikant höhere Zufriedenheit dieser Schüler_innen. Und weniger krank sind sie auch noch. Wegen Faßmanns Schwänzerbußgeld (Geldstrafen bis 400 Euro für „Schulschwänzer_innen) kann in Österreich also der Umstand ausgeschlafene Schulkinder in der Familie zu haben, zu erfreulichen Einsparungen führen.

 

Ein ehemaliger Kurzzeitdirektor in meiner Schule wischte das Thema mit der Feststellung, „dann gehen die (Anm: er meinte mit „die“ die Schüler_innen in unserer Schule) doch nur noch später ins Bett und haben noch mehr Zeit zum chatten und …. (Anm: den Rest möchte ich den Leser_innen ersparen).“ Auch dieses Killerargument, so dümmlich, wie oft werwendet,  wird auch in dieser Studie eindeutig widerlegt: „Die Schüler schlafen nun mehr, einfach weil der spätere Schulbeginn besser mit ihren natürlichen Aufwachzeiten übereinstimmt“, so ein Studienautor.

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Großdemo gegen den Sozialabbau am 15.12. in Wien

Großdemo zum 1. Jahrestag der Regierung * Breiter Protest gegen Sozialabbau * Demo: Sa. 15. Dezember 2018  Bild:ÖLI
Großdemo zum 1. Jahrestag der Regierung * Breiter Protest gegen Sozialabbau * Demo: Sa. 15. Dezember 2018 Bild:ÖLI

"Machen wir mit! - Mach auch du mit!
Ich werde dabei sein, bis hoffentlich bald"
(Barbara Gessmann-Wetzinger, Vorstansvorsitzende der ÖLI-UG)

 

Großdemo zum 1. Jahrestag der Regierung


Breiter Protest gegen Sozialabbau


Demo: Samstag, 15. Dezember 2018
 
Wien (OTS) - Am 15. Dezember wird eine Demonstration mit zehntausenden TeilnehmerInnen aus ganz Österreich der Regierung Kurz-Strache ein lautstarkes Ständchen zu ihrem ersten Geburtstag singen. Dazu ruft ein breites Bündnis gewerkschaftlicher, antifaschistischer und fortschrittlicher Organisationen auf.
„Wir stehen für eine Gesellschaft jenseits der kapitalistischen Konkurrenzordnung. Eine Gesellschaft, in der alle Menschen miteinander solidarisch leben können“, erklärt Käthe Lichtner vom Bündnis Heißer Herbst.
Das Bündnis Heißer Herbst lädt alle Betroffenen von schwarz-blauen Maßnahmen und solidarische Menschen dazu ein, sich an der Großdemonstration am 15. Dezember zu beteiligen.

 

UG-Treffpunkt: 14h Ecke Mariahilferstraße / Kaiserstraße (Stafa), 1060 Wien

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Neuer Grundsatzerlass zum Gleichstellungsprinzip: Thema Religion wichtiger als Feminismus und gendergerechte Sprache

DI_VERSE*, eine HeroldFliri-Produktion zum Thema Geschlechtergleichstellung und mehr  Bild:spagra
DI_VERSE*, eine HeroldFliri-Produktion zum Thema Geschlechtergleichstellung und mehr Bild:spagra

Wie auf öli-ug.at berichtet, versuchte Anfang April dieses Jahres Bildungsminister Faßmann still und heimlich den Grundsatzerlass zum Gleichstellungsprinzip zu streichen („ABGESCHAFFT: Grundsatzerlass zum Unterrichtsprinzip "Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern"). Faßmann hat wohl mit der Aufdeckung nicht gerechnet und machte erst einen Rückzieher, nachdem er für diesen Akt immer lauter kritisiert wurde. Er wolle mit Schulbeginn einen neuen überarbeiteten Erlass vorlegen.
Jetzt liegt die Neufassung mit neuem Namen "Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung" endlich vor: Der größte Teil des alten Erlasses wurde übernommen und  ist insgesamt umfangreicher als die ursprüngliche Version, obwohl noch im Frühjahr die offizielle Begründung für die Abschaffung des Erlasses aus dem Jahr 1995 lautete, der Inhalt des Erlasses sei „obsolet“ und eine „administrative Entlastung von Schulleitungen". Dem Thema Religion wird unangemessen viel Aufmerksamkeit zuteil, hingegen fehlt die „geschlechtergerechte Sprache“ gänzlich und der Feminismus wird, wenn überhaupt erwähnt, gerne in die Geschichte verlagert. Die Formulierung von den "Kenntnissen über die Geschichte der Frauenbewegung" erwecke den Eindruck, dass diese Frauenbewegung ein in sich abgeschlossenes Ereignis sei, stellt die Bildungswissenschafterin Susanne Tschida im DerStandard klar. 
Dazu schreibt Beate Hausbichler in ihrem Standard-Artikel „Neuer Grundsatzerlass: Mehr Religion, kein Feminismus“: Neuerungen machen sie vor allem in vier Themenfeldern bemerkbar – zwei davon durch ihr Fehlen (Anm.: Feminismus und gendergerechte Sprache), die anderen durch ihre Präsenz. Insbesondere ein Thema wird immer wieder hervorgehoben: die "kulturell" und "religiös" geprägten Geschlechterbilder.
Beate Hausbichler hat sich gemeinsam mit der Bildungswissenschafterin Susanne Tschida den modifizierten Grundsatzerlass aus dem Hause Faßmann genauer angesehen.

Eine interessante, also lesenswerte Analyse ist das Ergebnis.
ms

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Altes oder neues Lehrer/innen-Dienstrecht?

Video der UGÖD "Altes oder neues Lehrer/innen-Dienstrecht?" mit Gary Fuchsbauer, Dienst- und Pensionsrechtsexperte der ÖLI-UG  Bild:screenshot/bearbeitet:spa
"Altes oder neues Lehrer/innen-Dienstrecht?" mit Gary Fuchsbauer, Bild:screenshot/bearbeitet:spa

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