ÖSTERREICHISCHE LEHRER/INNEN INITIATIVE - UNABHÄNGIGE GEWERKSCHAFTER/INNEN

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Altes oder neues Lehrer/innen-Dienstrecht?

Video der UGÖD "Altes oder neues Lehrer/innen-Dienstrecht?" mit Gary Fuchsbauer, Dienst- und Pensionsrechtsexperte der ÖLI-UG  Bild:screenshot/bearbeitet:spa
"Altes oder neues Lehrer/innen-Dienstrecht?" mit Gary Fuchsbauer, Bild:screenshot/bearbeitet:spa

Wenn du gerade vor der Frage stehst, ob du altes oder neues Lehrer/innen-Dienstrecht wählen sollst, kannst du dich bei uns informieren: oeliug.at
Unser Dienstrechtsexperte Gary Fuchsbauer (ÖLI-UG) hat für diese Frage eine einfache Faustregel: “Wenn du eine Ausbildung auf der PH gemacht hast, dann wähle das neue Dienstrecht. Bei einer UNI-Ausbildung, wähle das alte Dienstrecht. Im Großen und Ganzen stimmt das.“ Aber Gary Fuchsbauer informiert dich auch gerne über Details! Frag uns, schreib uns: oeliug.at/kontakt oder frag uns und diskutiere mit uns im ÖLIUG-Forum. >>> LINK zum Video


Niki Glattauer: Wiesingers Aussagen sind das Gegenteil von „integrationsorientiert“!

Wiesingers Buch ist kein Beitrag zur Verbesserung der Situation an den Schulen – ganz im Gegenteil! Bild:spa
Wiesingers Buch ist kein Beitrag zur Verbesserung der Situation an den Schulen – ganz im Gegenteil! Bild:spa

Ein lesenswertes Interview mit Niki Glattauer im Kurier:

„Der Bub hinter dem Kulturkrieger ist ein Depp“

 

Viel Kritik erntet Wiesingers Buch über das heikle Thema: „Kulturkampf im Klassenzimmer“. Auch Niki Glattauer stimmt seiner Kollegin Wiesinger und dem Befund in ihrem Buch nicht zu. Seine Analyse (Kritik) ist fundiert und geht in die Tiefe. Einige kurze Auszüge aus dem Interview:
Ein Ablenkungsmanöver
„Wenn ich mir den Verlag und die Art der Vermarktung anschaue, muss ich sagen, ich fürchte, da hat sich meine Kollegin instrumentalisieren lassen, vermutlich im guten Glauben, Missstände zu verbessern. Würden die Menschen darüber diskutieren, warum bei uns die Arbeitszeit verlängert und die Sozialleistungen gekürzt werden, statt, wie es richtig wäre, umgekehrt, würde viel Enttäuschung und Wut frei werden. Da kommt der vermeintliche Untergang des Abendlands, der sich angeblich in der Schule manifestiert, als Blitzableiter gerade recht.“
Kein Kulturkampf mit dem Islam
„Ich befinde mich in gar keinem Kampf. Denn erstens lasse ich mir als Schuldirektor von einer Handvoll pubertierender, testosterongesteuerter Halbwüchsiger keinen Kampf aufzwingen, und zweitens sind Menschen anderer Religion oder Muttersprache für mich noch keine Kampfansage. Der Bub hinter dem „Kultur-Krieger“ ist in der Regel ein fester Depp, der an seiner Ich-Identität arbeitet.“
Kinder mit islamischem Hintergrund auf alle Schulen aufteilen?
„Ersetzen Sie aufteilen durch mischen und „Kinder mit islamischen Hintergrund“ durch Schüler. Es ist schon lustig, dass die, die das Entstehen von Ghettoschulen mitverantworten, indem sie aus purem Klienteldenken die gemeinsame Schule verhindern, jetzt die sind, die sich darüber empören, dass in Ghettoschulen ghettohafte Zustände herrschen. Helfen würden gemischte Schulklassen und ein verpflichtender, gemeinsamer Religionen- und Ethikunterricht für alle, und zwar nach einem Curriculum, das die Schulbehörde erstellt, mit jüdischen, christlichen, moslemischen und meinetwegen buddhistischen Vortragenden, die einander in einer Art Ringvorlesung abwechseln.“
Weitere Themen:
Haben die Schulbehörden die Probleme negiert? – „Nein“
Nicht Deutsche Umgangssprache von Schüler/innen – ein Problem?
„Was das Kind braucht, ist eine deutschsprachige Umgebung und eine entsprechende Verpflichtung, Deutsch zu erlernen. Ich verstehe ja nicht, warum man nicht Nachhilfeinstitute oder Volkshochschulen dazu anhalten kann, nachmittags Deutschstunden für Schuleinsteiger und Quereinsteiger anzubieten, nach der Schule, nicht statt der Schule. Der ganze Zirkus um Deutschförderklassen wäre obsolet. Aber auch die deutschsprachigen Schüler sprechen nicht mehr das Deutsch, das wir noch gelernt haben.“
Kopftuchverbot für Schülerinnen bis 14 Jahre?
„Ich halte das Kopftuchverbot für ebenso menschenverachtend wie den Kopftuchzwang.“ Es sind wenige und man „muss den Einzelfall betrachten“
ms

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Zeitkonto - Ansuchen bis 30. September: Info zum Zeitkonto-Modell

Zeitkonto Bild:spagra
Zeitkonto Bild:spagra

Zeitkonto (§ 61 Abs. 13 bis 19 Gehaltsgesetz):

Erklärung ist bis 30. September des betreffenden Unterrichtsjahres

 

Für Lehrer/innen gibt es das Zeitkonto-Modell seit dem Schuljahr 2009/10

Und so funktioniert es: Mehrdienstleistungen werden auf Wunsch der/s Lehr/in nicht ausbezahlt, sondern als Zeitguthaben (Zeitkonto) gespeichert. Der Verbrauch des „angesparten“ Zeitguthabens erfolgt grundsätzlich nur in Form einer mindestens 50%-igen Freistellung für ein ganzes Unterrichtsjahr. Nicht verbrauchte Zeitguthaben werden auf Antrag, im Fall des Ausscheidens aus dem Dienststand oder der Überstellung in eine andere Besoldungsgruppe auf Basis der aktuellen besoldungsrechtlichen Stellung wie Überstunden vergütet.

  • Möglich für Pragmatisierte (Beamte) und Vertragslehrer/innen (unbefristet IL [Entlohnungsschema] und vollbeschäftigt).
  • Leider nicht mehr möglich für Lehrpersonen im neuen Dienstrecht
  • Zu beachten:

o Erklärung ist bis 30. September des betreffenden Unterrichtsjahres abzugeben und ist unwiderruflich.
o MDL können zur Gänze oder in einem bestimmten %-Satz als Wochen-Werteinheiten dem Zeitkonto gutgeschrieben werden.
o Jahresnorm ist 720 WE für BundeslehrerInnen bzw. die Jahreslehrverpflichtungsstunden bei LandeslehrerInnen.

  • Bsp: 5 MDL – durchschnittlich 36 Wochen geleistet. 180 WE werden auf das Zeitkonto gutgeschrieben.

Zwei (vier) Jahre durchschnittlich 5 MDL ist eine 50 %-ige (100%-ige) Freistellung für ein ganzes Jahr bei vollem Bezug möglich.

  • Verbrauch der Zeitkontogutschrift

o Die gutgeschriebenen Wochen-Werteinheiten können ab Beginn des 50. Lebensjahres „verbraucht“ werden.
o Die frei werdenden Wochenstunden müssen von einer neu aufzunehmenden Lehrkraft übernommen werden - außer es ist dies

   organisatorisch nicht erforderlich.
o Der Verbrauch ist zu bewilligen, wenn keine wichtigen dienstlichen Interessen dagegenstehen.
o Eine Freistellungen bis zum Pensionsantritt muss bewilligt werden!
o Eine Freistellung muss- außer bei Pensionierung! - mindestens für ein ganzes Schuljahr erfolgen.
o eine Freistellung ist im Ausmaß von 50% bis 100% Prozent der Lehrverpflichtung möglich (Herabsetzung).
o Für eine volle Freistellung sind 720 Wochen-Werteinheiten für Bundeslehrer/innen bzw. die Jahreslehrverpflichtungsstunden bei 

   LandeslehrerInnen erforderlich
o Während einer gänzlichen Freistellung darf die Lehrkraft nicht zur Dienstleistung herangezogen werden
o Während einer teilweisen Freistellung besteht ein Schutz gegen zusätzliche dienstliche Inanspruchnahme wie während der

   Herabsetzung der Lehrverpflichtung
o Nicht durch Freistellung verbrauchte Wochen-Werteinheiten sind unter Zugrundelegung der aktuellen (Antragstellung, Ausscheiden …)

   besoldungsrechtlichen Stellung zu vergüten.Und zwar auf Antrag, im Fall des Ausscheidens aus dem Dienststand oder der Überstellung in

   eine andere Besoldungsgruppe

  • Zeitkonto im portal.at

Der aktuelle Stand auf seinem Zeitkonto kann jederzeit auf portal.at eingesehen werden:

Das Zeitkonto befindet sich auf der Seite Mitarbeiter/in -> Arbeitszeiten -> Anzeige Zeitkonto

 

Mehr Infos zum Zeiitkonto: >>> download

Siehe auch Dienstrechtsskriptum der ÖLI-UG - S 30: >>> download

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Gangl: Wiesingers Buch hat der Diskussion um Einwanderung, Integration und Schulbildung keinen Gefallen getan.

Karin Gangl Bild:Karin Gangl
Karin Gangl Bild:Karin Gangl

Susanne Wiesinger - Kopf des Tages im Standard:

Die Lehrerin, die dem konservativen Islam entgegentritt (Conrad Seidl)

 

Kommentar dazu von Karin Gangl

 

Wiesinger hat der Diskussion um Einwanderung, Integration und Schulbildung mit ihrem Buch keinen Gefallen getan. Auch dann nicht, wenn sie die von ihr geschilderten Erlebnisse in Wien-Favoriten so wahrgenommen hat. Schlicht, weil darüber einige Dinge aus dem Blickwinkel geraten: Dass nämlich eine Reihe von muslimischen Schülern durchaus versuchen, sich ins Schulsystem zu integrieren - von denen hört man nichts, die gehen in der Pauschalierung von Wiesinger unter. Man hört auch nichts von jenen ur-österreichischen Schülern, die eine echte Belastung fürs Bildungssystem sind, weil die Eltern sich nicht um sie kümmern und für sie Werte wie Höflichkeit, Respekt, Fleiß Fremdworte sind.

Ich halte das Unterrichten HEUTE für ungleich schwieriger als noch vor 30 Jahren. Und das ist großteils der Veränderung geschuldet, die durch die Verwendung von sozialen Medien, aber auch technisch basierte Spiele oder überbordender TV-Konsum, der schon im Kleinkindalter beginnt, entstanden ist. Und anstatt man gegensteuert mit einem nicht-digitalisierten Teil der Bildung - also echt old-fashioned analog - kommt eine Digitalisierungswelle nach der anderen. Das Hirn ist für Digitalisierung nicht gemacht. Dass Wiesinger beschreibt, dass sie keinen "Zugang" zu islamischen Schülern findet: Nun gut. Es gibt viele Lehrer, die zu einer ganzen Reihe von Schülern keinen Zugang finden, ganz ohne Islam.

Lehrer sind auch nur Menschen. Sie werden für den Umgang mit fremder Kultur nicht ausgebildet, nicht im Geringsten. Es reicht auch nicht, "ein bissl was" über andere Kulturen zu lesen, um sie zu verstehen. Wie soll man also von Lehrern, die dafür weder inhaltlich noch psychologisch ausgebildet wurden, erwarten, dass sie einen Zugang zu Schülern finden, die aus einem fremden Wertekreis stammen? Der teilweise offen, teilweise versteckt, teilweise auch gar nicht bei uns gelebt wird?

Und auf der anderen Seite: Woher sollen die Migranten, jene, die sich also integrieren sollen, wissen, welche Werte bei uns die "richtigen" sind? Aus der Kronen Zeitung vielleicht? Wer teilt sie ihnen mit? Sie errichten häufig eine Parallel-Arbeitswelt, die viel mit Selbstständigkeit zu tun hat, egal ob als Gemüsehändler oder Handy-Laden, weil der Zugang zur klassischen Arbeitswelt ihnen häufig aufgrund ihres Namens versperrt bleibt. Sie haben ihre Geschäfte, ihre Viertel, ihre Kirchen. Ja, das ist Ghettobildung und das passiert überall in der Welt, in der eine Bevölkerungsgruppe im Ausland ansässig wird. So gibt es "deutsche Viertel" in manchen türkischen oder spanischen Gegenden, mit deutschen Lokalen, deutschen Geschäften, deutschen Vereinen. Man spricht dort deutsch, man speist deutsch, man liest deutsche Zeitungen. Dasselbe in Grün, aber ein anderer Blickwinkel. Menschen sind so.

Wiesinger hat der Diskussion um Integration und gesellschaftliches Wachstum keinen Gefallen getan, weil sie mit ihrer persönlichen Wahrnehmung Futter für rechtsnationale Politiker und Wähler liefert, die sich bestätigt sehen. Dabei lässt man außer Acht, dass die Gratwanderung zwischen Toleranz gegenüber anderen Werten - und das ist eine Tatsache, mit der man sich auseinandersetzen muss, wenn es um Wanderungsbewegungen geht - und den eigenen, meist als ausschließlich positiv beurteilten Werten, alles andere als einfach ist. Ein Lehrer, der selbst nie im Ausland gelebt hat, kann ohnehin nur bruchstückhaft beurteilen, wie sich das anfühlt: In einem anderen Land, in einer anderen Kultur zu sein und dort auf Schwierigkeiten zu treffen, weil einem die Sozialisierung fehlt. Man macht Dinge anders, nicht aus bösem Willen, sondern weil man es nicht anders gelernt hat.

Die Schulen, die einen Beitrag leisten "könnten" zur Aufklärung, die jungen Menschen begreiflich machen können, wie unterschiedliche Werte zustande kommen, wie Werte sich bilden oder verändert werden können, die aber auch fundiertes Know-how über Kommunikation liefern, die können ihrer Aufgabe nicht gerecht werden. Weil es zu viele Aufgaben gibt, die ohnehin schon erledigt werden müssen. Die Eltern sind häufig überfordert, es reicht ja, wenn 50 % der Eltern nicht mit ihren Kindern reden oder ihnen ihr Krone-Zeitungs-Niveau angedeihen lassen.

Es bleibt die Frage: Wie kann man unterschiedliche Werte, die durch Zuwanderung nun mal entstehen, so konsolidieren, dass man in einer menschlichen, fröhlichen, positiven Art und Weise zusammenleben kann? Man könnte Kurz fragen, der war ja Integrations-Minister, aber der wird wie gehabt schweigen oder etwas daherreden davon, dass er ja schließlich die Balkanroute geschlossen hat. Ist halt wenig vorteilhaft, wenn ein Kanzler grade mal eine Matura als Ausbildung hat. Man könnte die Unterschiede ausradieren und die eigenen Werte zu den allein gültigen erklären, aber wir wissen: Das wird nicht funktionieren. Deshalb wird auch das Buch von Wiesinger nicht funktionieren, weil es trennt, anstatt zu integrieren, weil es Schuldige sucht und identifiziert, anstatt auf Unterschiede hinzuweisen und Lösungen anzubieten. Aber Lösungen funktionieren halt immer nur innerhalb der eigenen Fähigkeiten und, nicht zuletzt, innerhalb des eigenen Wollens.

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