ÖSTERREICHISCHE LEHRER/INNEN INITIATIVE - UNABHÄNGIGE GEWERKSCHAFTER/INNEN

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Türkisblauer Gesetzesentwurf mit bundesweitem Werte - und Orientierungsleitfaden in der Elementarpädagogik. Wieder etwas zum Fürchten?

Aufwertung der Elementarpädagogik durch Aushungern und Wertediktat? Fragt ÖDKH.  Bild:spa
Aufwertung der Elementarpädagogik durch Aushungern und Wertediktat? Fragt ÖDKH. Bild:spa

Der Österreichischer Berufsverband der Kindergarten- und  HortpädagogInnen in elementaren bis zu sekundären Bildungseinrichtungen (ÖDKH) fordert unter anderem in einem offenen Brief ( siehe unten) an BM Juliane Bogner-Strauß und BM Heinz Faßmann mehr Informationen zu der im Gesetzesentwurf nicht näher bestimmten „bundesweiten Werte- und Orientierungsleitfaden“. Welche „österreichischen“ Werte soll dieser Leitfaden beinhalten? Fragt Raphaela Keller, Vorsitzende des ÖDKH. Es ist zu befürchten, dass sich dieser am misslungenen Oberösterreichischen Orientierungsrahmen zur Wertebildung an Kindergärten und Schulen, dem zurecht vielkritisierten  „Wertekompass OÖ“ orientiert. Weiters sei nicht geklärt, ob die verfassungsrechtlich festgelegten Werte von Demokratie, Inklusion, Rechte der Kinder und Partizipation ein Thema sind, so Keller.

Aufwertung der Elementarpädagogik durch Aushungern und Wertediktat?

OFFENER BRIEF

des ÖDKH anlässlich des Entwurfes zur „Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG zwischen dem Bund und den Ländern über die Elementarpädagogik für die Kindergartenjahre 2018/19 bis 2021/22“

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Dr.in Juliane Bogner-Strauß!
Sehr geehrter Herr Bundesminister Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann!

Nach Durchsicht des Entwurfes zur „Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG zwischen dem Bund und den Ländern über die Elementarpädagogik für die Kindergartenjahre 2018/19 bis 2021/22“ erlauben wir uns, Ihnen und der Öffentlichkeit unser Statement – aus Sicht der Praxis und des aktiven bildungspolitischen Engagements– zu übermitteln:

Das Positive zuerst:
Sprachförderung in der „Bildungssprache“ Deutsch wird nicht an Kindern mit Migrations- oder Fluchthintergrund argumentiert. Stimmt, denn zu viele Kinder mit „rein österreichischen“ Wurzeln sind unserer LEBENssprache auch nicht mächtig. Dass der Deutschlevel C1 verlangt wird, steigert sicher die Zielerreichung.
Allgemeingültige Regelungen zu Kinderanzahl und „Fachkraft“ – wir nehmen an, dass es sich dabei nur um Kindergarten-, Hort- und ElementarpädagogInnen handelt und „Pädagogische AssistentInnen“ oder andere derzeit immer stärker abgehaltene Kurz“qualifizierte“ nicht gemeint sind.
Die Kind-PädagogInnen-Relation 1:10 und 1:4 bewegt sich näher an den wissenschaftlichen Forderungen und zeigt den richtigen Weg.
Ganzheitliche Bildung, Aufwertung der Elementaren Bildung, individuelle Bildungsarbeit nach dem Entwicklungsstand des Kindes (statt Alter!), definierter Einsatz von PädagogInnen, Festlegung von Zeit für Weiterbildung,… können wichtige Verbesserungen für Bildung und Bildungsarbeit bedeuten.
Die Orientierung der Öffnungszeiten an der von Vollzeitbeschäftigen entsprechen der derzeitigen Gesellschaft! Es dürfen nicht mehr – vor allem - Frauen in prekäre Arbeitsverhältnisse oder zum Zu-Haus- bleiben praktisch gezwungen werden.
„Jedes Kind ist durch eine entsprechende Werteerziehung zu befähigen, allen Menschen unabhängig von Herkunft, Religion und Geschlecht offen, tolerant und respektvoll zu begegnen und intolerantes Gedankengut abzulehnen.“ ist die Basis jeder Bildungsarbeit. Das Vorbild der Gesellschaft sieht anders aus…

Anregungen für Ergänzungen und/oder Veränderungen:
Statt Betreuung muss sich das Anliegen BILDUNG auch in der Wortwahl widerspiegeln - „von Beginn der Betreuung an“ wird z.B.: vom Eintritt in die Elementare Bildungseinrichtung (EB)
„Kind-Pädagog/in/e-Relation“ ist deutlicher als „Betreuungsschlüssel“
Zitat: „(2) Ziele dieser Vereinbarung sind:
1. die Stärkung elementarer Bildungseinrichtungen in ihrer Rolle als erste Bildungsinstitution im Leben eines Kindes“; als Basis für den lebenslangen Bildungsweg mit Vorbildwirkung im Rahmen der Erziehung zu DEMOKRATIE, PARTIZIPATION, INKLUSION, LEBENSORIENTIERUNG

Mehr Informationen brauchen wir zu:
Der „bundesweiten Werte- und Orientierungsleitfaden“ wird welche „österreichischen“ Werte beinhalten?
Orientiert sich dieser am „Wertekompass OÖ“, der aus unserer Sicht ein kaum gelungener Orientierungsrahmen zur Wertebildung an Kindergärten und Schulen ist?
Wie werden die verfassungsrechtlich festgelegten Werte von DEMOKRATIE, INKLUSION, RECHTE DER KINDER, PARTIZIPATION verankert?
c) die Kompetenzbeschreibung „Mündliches Sprachhandeln“ im Leitfaden zur Grundschulreform „Schülerinnen/Schülereinschreibung NEU“: legt fest, über welche sprachlichen Kompetenzen Kinder beim Schuleintritt verfügen sollen;
Diese Beschreibung haben PädagogInnen der EB nicht, da diese nicht dieselben Informationen wie SchulpädagogInnen haben.

Verbindung EB zu Volksschulen, Datenweitergabe,…
Wie soll eine Kooperation auf Augenhöhe und im Sinne einer fließenden, kindzentrierten Bildungsarbeit, ohne Schnittstellen, agiert werden, solange es keine Regelungen zu strukturellen, ausbildungsrelevanten und dienstrechtlichen Rahmenbedingungen gibt?
Entspricht die Weitergabe von sensiblen Informationen direkt von der EB an die VS dem Datenschutz?

Starke Kritik üben wir an:
Die „Bildungssprache Deutsch“ ist die in geeigneten elementaren Bildungseinrichtungen verwendete Sprache zwischen dem Personal und den betreuten Kindern sowie zwischen den Kindern.
Das entspricht weder den Menschenrechten, noch einer respektvollen und annehmenden Pädagogik! Um zu forcieren, dass Kinder auch untereinander deutsch sprechen, braucht es daher weniger Kinder pro PädagogInnen, damit direkt in jeder Situation als positive Verstärkung mit den Kindern deutsch gesprochen werden kann!
Um die bestmögliche Entwicklung und Entfaltung aller Kinder sicherzustellen, ist in elementaren Bildungseinrichtungen Kindern das Tragen weltanschaulich oder religiös geprägter Bekleidung zu verbieten, die mit der Verhüllung des Hauptes eine frühzeitige Sexualisierung der Kinder und damit eine geschlechtliche Segregation bezwecken und insofern mit verfassungsrechtlichen Grundwerten und Bildungszielen der Verfassung, insbesondere der Gleichstellung von Mann und Frau, nicht vereinbar sind.
Das geht – zum Glück – an den realen Situationen in unseren EB vorbei und widerspricht dem Bundesländerübergreifenden Bildungsrahmenplan, der doch als Basis weiterhin dienen soll! Was bedeutet das für Kreuze, Miniröcke, Kappen mit Parteilogos und wie ist das mit den MitarbeiterInnen?
(5) Bei Kindern, die entgegen der in Art. 5 Abs. 2 enthaltenen Verpflichtung nicht zum Besuch einer elementaren Bildungseinrichtung angemeldet wurden, erfolgt die erstmalige Feststellung des Sprachstandes durch die zuständige Landesbehörde.

Kinder in einer Momentaufnahme zu beurteilen entspricht in keiner Weise als geeignetes Instrument!
Seit Jahrzehnten fordern der ÖDKH und viele ExpertInnen aus Forschung und Praxis ein BundesRahmenGesetz-BRG für die österreichischen Elementaren Bildungseinrichtungen – Krippe, Kleinkindgruppe, Kindergarten, Hort.
Der Entwurf „Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG zwischen dem Bund und den Ländern über die Elementarpädagogik für die Kindergartenjahre 2018/19 bis 2021/22“ erscheint uns ein Versuch in die Richtung Bundesgesetzgebung, ohne die Verfassung ändern zu müssen.
Das kann aus unserer Sicht doch nur gelingen, wenn Praxis, Forschung und Theorie gleichrangig eingebunden sind, Österreich sich zu massiv erhöhten Investitionen in die mit einander verwobenen Rahmenbedingungen für alle Beteiligten der Elementaren Bildung entschließt und mit einer bundeweiten sowie qualitätsvollsten Gesetzesbasis -zum Beispiel- regionale Bedürfnisse berücksichtigen lässt.
Das erkennen wir in diesem Entwurf leider nicht.
Um eine solche Reform umzusetzen, muss es endlich Maßnahmen geben, um dem großen Mangel an PädagogInnen in den Elementaren Bildungseinrichtungen entgegen zu wirken! Dabei muss verstärkt auf die Erwachsenenebene gesetzt werden, denn von den Kollegs treten viel mehr Ausgebildete in den Beruf ein UND BLEIBEN, als aus den BAfEP. Das Studium Elementarpädagogik muss forciert werden, für alle studierbar sein und der Abschluss finanziell honoriert werden. Junge BerufseinsteigerInnen sowie die PädagogInnen, die lange im Dienst sind brauchen viel mehr Aufmerksamkeit und Maßnahmen zum Bleiben.

Auf jeden Fall können nötige Verbesserungen nur gelingen, wenn enorm mehr finanzielle Mittel vom Bund eingesetzt werden und der Reformprozess aktiv und mit vielen, höchst qualifizierten ExpertInnen mit Einbindung der direkt Betroffenen der Praxis!
Setzen Sie sich bitte dafür ein!

Mit bildungspolitisch aktiven Grüßen
Raphaela Keller
Vorsitzende des ÖDKH
+43 69919220503
office@oedkh.at
www.oedkh.at

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Für den Unterricht ab der 5. Schulstufe bis zur Matura sehr geeignet - Pénélope Bagieu: Unerschrocken 1

Rezension von Ilse M. Seifried

 

Pénélope Bagieu: Unerschrocken 1
Fünfzehn Porträts außergewöhnlicher Frauen
Aus dem Französischen von Heike Drescher und Claudia Sandberg
ISBN 978-3-95640-129-9, 144 Seiten, farbig, 19 x 26 cm, Hardcover, € 24,00
Reprodukt Verlag 2016

 

Die Kürze der 15 Biografien, die 3-7 Buchseiten umfassen und auch humoristische Aspekte machen dieses Buch für den Schulunterricht ab der 5. Schulstufe bis zur Matura sehr geeignet: Information, Impulse für Recherche und Vertiefung, Diskussionsimpulse und Anregung zur Reflexion eigener Vorstellungen und dem Wandel der Stellung der Frau.

 

Unerschrocken 1 versammelt 15 Biografien historischer Frauen aus allen Kontinenten und Zeiten. Die meisten Frauen scheinen trotz ihrer Leistung bzw. Bedeutung in keinem mir bekannten Geschichtsbuch auf.
Es sind dies: Clementine Delait, Nzinga, Margarete Hamilton, Las Mariposas, Josephina van Gorkum, Lozen, Annette Kellermann, Delia Akeley, Josephine Baker, Tove Jansson, Agnodike, Leymah Gboweem, Giorgina Reid, Christine Jorgensen und Wu Zetian.


Penelope Bagieu meint Also, was mich am meisten interessiert, ist einfach, eine Geschichte zu erzählen…. Ich nehme mir durchaus Freiheiten als Autorin, auch als Zeichnerin. Es soll eine gute, glaubwürdige Geschichte sein, denn es geht ja nicht darum, etwas aus ihr zu lernen. ….Ich nehme mir die Freiheit, abzukürzen, Lebenswege zu verkürzen, Akzente zu setzen, auch Zeitsprünge vorzunehmen. Die Geschichte soll interessieren ….Ja, man kann einfach keine Porträts von Frauen zeichnen, die nur Vorbildcharakter haben sollen ….Es ist immer schwierig gewesen, sich zu behaupten, zu jeder Zeit. Und das entlastet auch….. Ich setze auf die Solidarität und die gegenseitige Ermutigung…..auch Jungen sollten sich inspirieren lassen von diesen weiblichen Vorbildern und daraus Schlüsse ziehen.
Aus: deutschlandfunkkultur.de ( Siehe auch carlsen.de und reprodukt.com
Penelope Bagieu (1982 als Tochter korsischer und baskischer Eltern) in Frankreich geboren, studierte an der Ecole nationale supérieure des Arts Décoratifs. Bekannt wurde sie durch ihren Blog „Ma vie est tout à fait fascinante“. Ihre erste Graphic Novel „Eine erlesene Leiche“ (Carlsen Comics) wurde 2010 vom Internationen Comicfestival Angoulême in die Auswahl bester NewcomerInnen aufgenommen. Ihre Serie “Josephine”, 2012 verfilmt, ist in zahlreichen Sprachen erschienen. Ihre zweite Graphic Novel „Wie ein leeres Blatt“ wurde für den Deutschen Jugendliteratur Preis 2014 nominiert. Seit 2014 lebt Bagieu in New York. Sie gehört zu den erfolgreichsten Frauen der französischen Comic-Szene.

Historische Frauen und ihre Strategien, in einem patriarchalen Gesellschaftssystem zu überleben, sich zu behaupten und durchzusetzen sind vielfältig. Manche sind erfolgreich, manche scheitern, manchen passen sich den Spielregeln an, manche bringen Frieden in die Welt. Auch wenn der Buchtitel „Unerschrocken“ heißt, so sind viele dieser Frauen wohl nicht nur einmal in ihrem Leben erschrocken. Wir LeserInnen erschrecken auch an der einen oder anderen Stelle. Sich vom Schrecken Kraft zu holen für unerschrockenes Verhalten, das lässt sich durch dieses Buch nachvollziehen und selbst erleben.

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Buchrezension: Konrad Pesendorfer, Florian Klenk: Zahlen, bitte! Falter Verlag

Konrad Pesendorfer, Florian Klenk: Zahlen, bitte! Was Sie schon immer über Österreich wissen wollten  Bild: Falter Verlag
Konrad Pesendorfer, Florian Klenk: Zahlen, bitte! Was Sie schon immer über Österreich wissen wollten Bild: Falter Verlag

Rezension von Ilse M. Seifried


Konrad Pesendorfer, Florian Klenk: Zahlen, bitte! Was Sie schon immer über Österreich wissen wollten, Falter Verlag 2018, 120 Seiten, € 24,90

Was seit dem Spätsommer 2016 über Wochen hinweg in der Falter-Zeitung erschien,  liegt nun gesammelt und handlich in Rosa gehalten in Buchform vor: In 50 Kapiteln werden Aspekte Österreichs (von Schulkindern über Zwetschkenbäume bis zum Tod) in Zahlen und verständlichem Dialog-Text präsentiert.

Konrad Pesendorfer von Statistik Austria und Florian Klenk vom FALTER versachlichen Themen (Kriminalität, Migrationshintergrund, Lesekompetenz,..), die von manchen PolitikerInnen und manchen Medien emotionalisiert wurden/werden. Wohltuende objektive Information in Zeiten von Fake-News. Nach den Richtlinien der EU-Statistikverordnung bieten die Zahlen eine seriöse Informationsquelle.

Was beim Lesen der Kapitelüberschriften auffällt, ist der Aspekt Gender.
Es gibt
* Sachkapitel: Wie viel Geld geben wir eigentlich für Forschung aus und wie wird es investiert?
* Frauenthemen: Wie geht es Frauen in Österreich heute und wie war das vor 20 Jahren?
* Männerthemen: Warum sterben so viele Männer im Straßenverkehr?
* Frauen sprachlich exkludierende Themen: Wie lange muss ein Österreicher arbeiten, damit er sich ein Auto leisten kann?

Ich greife dieses exemplarisch auf. Es ist auf Seite 26 zu finden.
„Wie lange muss ein Österreicher arbeiten, damit er sich ein Auto leisten kann?“
Das bezieht sich also auf Männer. Im Kapiteltext wird differenziert, wofür Männer und Frauen ihr Geld ausgeben. Auch interessant. Die Frage selbst bleibt aber unbeantwortet!
So muss jede/r die Rechnung selbst anstellen indem weiter auf Seite 32 geblättert wird, wo zu lesen und in der Tabelle zu sehen ist: Eine Arbeiterin hat ein Bruttojahreseinkommen von durchschnittlich € 11.000,-, ein Arbeiter € 25.600,-. Kostet ein Auto € 10.000,- so bedeutet das für eine Arbeiterin, dass sie mehr als das Doppelte arbeiten muss im Vergleich zu einem Mann!


Als Lehrerin interessiert mich das Kapitel:
Warum sind Kindergarten-Kinder später in der Schule in Mathematik so erfolgreich?
Die neue OECD-Studie zeigt: Wer früher in den Kindergarten geht, hat bessere Noten. Die Tendenz in Österreich ist positiv: Heute liegt der Betreuungsanteil der 3-Jährigen bei 73%, vor 20 Jahren lag dieser bei 30%.
Pesendorfer meint im Gespräch, dass „es eine Diskussion braucht über die Frage, wie man bereits im frühen Alter die Lernlust unsrer Kinder systematisch fördert.“ Diese Frage erstaunt mich, denn sie steht in keinem Zusammenhang mit den Zahlen und von KindergartenpädagogInnen weiß ich, die Lernlust der Kinder ist kein Problem sondern das Lernumfeld zu Hause - was sich auch bei Schulkindern zeigt.
Mit Pesendorfer stimme ich weiters nicht überein, dass es eine pädagogische Professionalisierung braucht. Die Ausbildung der KindergartenpädagogInnen hat sich in den letzten Jahren professionalisiert! Meiner Meinung nach braucht es bessere Rahmenbedingungen im Kindergarten: Kleinere Gruppen, mehr Bewegungsräume im Freien und intensivere Elternarbeit mit sozialarbeiterischer Unterstützung sowie bessere Bezahlung!
Das „Warum“ wird nicht beantwortet, immerhin ist aber das Fakt ein gutes Argument gegen jene, die ein konservatives Frauenstereotyp erhalten wollen.

Das Thema: Kann wirklich jeder Sechste in Österreich nur schlecht lesen?
passt auch zur Schule. Hier werden aber Gründe, warum die Lesekompetenz besser oder schlechter ist, nicht angegeben sondern der Bezug zur Ausbildung. Die Lesekompetenz bei Maximal Pflichtschulabschluss liegt bei 31% bei AHS und BHS bei 3%. Aha. Leider wird nicht in Frauen und Männer differenziert, was ich sehr interessant gefunden hätte und mir daher fehlt.


Wie viele Schulkinder hat Österreich und wieviel von ihnen machen Matura?
Es gibt in Österreich 1,1 Millionen SchülerInnen, wobei es um ca. 30.000 mehr Schüler gibt (Da würde ich gerne wissen, warum das so ist! Aufgrund der Migration?) die in eine der ca. 6000 Schulen gehen. Davon sind 88% öffentliche Schulen wovon 50% Volksschulen sind. Im Sekundarbereich ist die BHS die beliebteste Schulform für 133.000 SchülerInnen. In die AHS gehen 91.000 SchülerInnen. Matura machten im Schuljahr 2014/15 der 18- bis 19-Jährigen in Österreich 43%. Der Anteil der Burschen liegt bei 36, jener der Mädchen bei 64%.
Es gibt eine Statistik die zeigt, wie viele SchülerInnen den Umstieg von der Hauptschule in eine AHS im 1. und 2. Schuljahr schaffen, nicht aber, wie viele von ihnen schlussendlich dann tatsächlich maturieren. Schade.

 

Viele Seiten weiter wird das Thema Schule wieder aufgenommen mit der Frage:
Wie viele Schulen haben wir in Österreich und warum gibt es weniger Volksschüler?
Die erste Frage wurde ja bereits beantwortet und wiederholt sich an dieser Stelle. Zur zweiten Fragestellung lautet die Antwort: Aufgrund der sinkenden Geburtenrate sank die Zahl der Volksschulkinder um 110 000 (= 9%) in den letzten 10 Jahren. In den letzten beiden Jahren ist die Geburtenzahl aufgrund der Zuwanderung wieder etwas gestiegen.
Fakten wie „Von allen Volksschulkindern haben 29% deren Alltagsumgangssprache nicht Deutsch ist.“, passt nicht wirklich zu dieser Frage und gehört eigentlich in ein anderes Kapitel.


Diese vier Kapitel beziehen sich also konkret auf die Schule bzw. auf Schülerinnen und Schüler.
Zum Abschluss beziehe ich mich auf das Thema „Beziehung“ (ob in diesem Bereich LehrerInnen sich von allen anderen Berufsgruppen unterscheiden, bleibt offen):
Wann heiraten wir am liebsten und wie lange dauert es bis zur Scheidung?
Die Anzahl der Eheschließungen steigt sanft an, der Durchschnitt liegt bei 5 Ehen pro 1000 EinwohnerInnen. 2016 verdrängten die Monate Juni, Juli, August den Mai auf Platz vier der beliebtesten Zeiträume.
Das mittlere Alter der Frau liegt bei 30, bei Männern bei 33 Jahren bei der Erstehe. (In den 1970iger Jahren waren die Frauen 22 und die Männer 24 Jahre alt.)
Die Scheidungsrate liegt bei 42% (in den 1950-igern lag die Rate bei 14%, 2006 wurde der Höhepunkt mit 50% erreicht) und wird im Mittel nach 11 Jahren geschieden. 13% der Ehen werden nicht einvernehmlich geschieden.
Eingetragenen Partnerschaften wurden 2016 in 475 Fällen begründet, was eine Steigerung von 12% gegenüber dem Vorjahr ist.
Altersextreme gibt es auch. Im Jahr 2016 gaben ein 83-Jähriger und eine 84-Jährige einander das Ja-Wort, sowie eine 23-Jährige und ein 78-Jähriger weiters eine 62-Jährige und ein 29-Jähriger.

Meine Zusammenfassung: Ich empfehle das Buch zur Lektüre, da es viele interessante Fakten bietet, Impulse gibt, weiterzudenken, Verknüpfungen herzustellen, nachzufragen, zu diskutieren! Doch bedaure ich sehr, dass Gender nicht konsequent mitgedacht und erfragt wurde!

Ilse M. Seifried

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