ORF Vorarlberg: "Kultur nach 6" statt "Gute Nacht, Kultur"!

Foto: https://openpetition.eu
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Für den Erhalt von Kulturabteilung und -berichterstattung beim ORF Vorarlberg

Ohne plausiblen und nachvollziehbaren Grund wurde die Sendung ‚Kultur nach 6‘ durch die Entscheidung des ORF–Landesintendanten Markus Klement von 18:00 auf 20.00 Uhr verlegt.  Mit dem Verweis auf diesen unattraktiven Sendeplatz befürchten Redakteure wie auch viele HörerInnen den Anfang vom Ende dieser Sendung. Viele sehen darin auch eine persönliche Attacke des autokratisch agierenden Intendanten gegen die Kulturabteilung.

Der ganze Vorgang um die Sendung ‚Kultur nach 6‘ stellt ein einziges Trauerspiel dar. Fadenscheinige Begründungen, wie ein scheinbar sich änderndes Konsumverhalten oder Programmwünsche von imaginären Hörern, werden vorgeschoben, um ein bewährtes Sendeformat auf das Abstellgleis zu schieben. Die Verschiebung von Sendungen ist ein bewährtes Mittel, um Sendungen aus- und Redakteure auflaufen zu lassen. Sinken in der Folge die HörerInnenzahlen, ist der Grund geschaffen, um die Kulturabteilung im ORF Vorarlberg weiter zu reduzieren. Von einer offensiven, vielfältigen und qualitätsvollen Kulturberichterstattung – wie es ORF-Gesetz und Leitbild des ORF verlangen – entfernt man sich damit ohne große Diskussion immer mehr!

Selten haben sich Verantwortungsträger – ein Landesrat und ein Chefredakteur – derart vom Thema überfordert und durchgängig ahnungslos gezeigt wie bei der Podiumsdiskussion im Landesmuseum am Montag, 27.11.17, an der 400 Interessierte teilgenommen haben. Der in der Sache verantwortliche Intendant, Markus Klement, ließ sich durch seinen Chefredakteur vertreten, der Landesrat war wohl in eigener Sache da. Doch für beide war das Anliegen der empörten Kulturschaffenden und die Befürchtungen der Kulturredaktion unverständlich. Eine Kritik an der autoritären Vorgangsweise des Intendanten kam für sie schon gar nicht in Frage.

Die bei der Diskussion anwesenden Kulturschaffenden und -interessierten pochten auf eine Rücknahme der Schikane, ein Gespräch mit dem Intendanten und den Erhalt einer Kulturabteilung im ORF Vorarlberg, die diesen Namen auch verdient!

Unabhängige Bildungsgewerkschaft (UBG) und Vorarlberger LehrerInnen-Initiative schließen sich diesen Forderungen an. Wir appellieren an den Intendanten Markus Klement, sich einer sachlichen Diskussion zu stellen, anstatt sich hinter Machtbefugnissen zu verstecken. Der ORF - und damit auch das Landesstudio Vorarlberg - hat einem gesetzlichen Kultur- und Bildungsauftrag nachzukommen – und muss sich von einem kommerziell betriebenen Sender grundsätzlich unterscheiden.

Presseaussendung der Unabhängigen Bildungsgewerkschaft ( UBG )
und der Vorarlberger LehrerInnen-Initiative ( VLI )

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