Faßmanns Klarstellung zu den Herbstferien und Widersprüche bei Deutschklassen

Heinz_Fassmann  Fotowikipedia CC-BY-SA 3.0 License 1.3 Faßmanns Klarstellung zu den Herbstferien und Widersprüche bei Deutschklassen und Regierungsprogramm
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Geklärt: Herbstferien
In der „Kleinen Zeitung“ und im Ö1 Mittagsjournal stellt der neue Bildungsminister Heinz Faßmann klar, dass die Herbstferien kommen und die Sommerferien nicht gekürzt werden. Im Gegenzug gibt es entsprechend weniger schulautonome Tage. Weil immer drei Feiertage – Nationalfeiertag, Allerheiligen und Allerseelen - in die Herbstferien fallen, müssen meist „nur“ zwei bis drei schulautonome Tage eingesetzt werden. Damit übernimmt Faßmann das in Vorarlberg seit vielen Jahren erfolgreiche Modell für die Herbstferien. Siehe dazu auch: „Herbstferien: Montag, 29. Oktober bis Sonntag, 4. November 2018“.
Widersprüchlich und ungeklärt: Deutschklassen
An den türkisblauen Wahlslogan "Deutsch vor Schuleintritt“ werden sich die meisten Österreicher/innen noch gut erinnern können. "Erst wenn die Kinder ausreichende Sprachkenntnisse haben, sollen sie in den Regelschulbetrieb eingeschult werden", stand im ÖVP-Wahlprogramm. Mit "ausreichende Kenntnis der Unterrichtssprache vor Schuleintritt" warb die FPÖ. Und so steht es auch im türkisblauen Regierungsprogramm, betont Mölzer (FPÖ) gegenüber dem Kurier: „Deutsch vor Regelunterricht mit eigenen Deutschklassen."
Im Ö1 Mittagsjournal nimmt es Faßmann in dieser Angelegenheit mit dem Regierungsprogramm nicht so genau wie Mölzer. Jene Schüler, die nicht ausreichend die Landessprache beherrschen, sollen beispielsweise drei Stunden pro Tag in einem Kursprogramm Deutsch lernen und in der restlichen Unterrichtszeit am normalen Unterricht in der Klasse teilnehmen. Das freut die Bildungssprecherin der SPÖ und ehemalige Bildungsministerin Sonja Hammerschmid. „Die schwarz-blaue Regierung kehrt zum bewährten SPÖ-Konzept der Sprachstartgruppen zurück", so Hammerschmid im Kurier. "Unser Konzept war, dass Quereinsteiger in den Sprachgruppen intensiv Deutsch lernen, im Ausmaß von elf Wochenstunden. Die übrige Zeit bleiben sie im Klassenverband. Genau das schlägt jetzt Faßmann vor."
Erwartungsgemäß weniger erfreut über den Widerspruch zwischen den Aussagen Faßmanns und dem Regierungsprogramm hat FPÖ-Bildungssprecher Wendelin Mölzer. Man werde das noch mit Faßmann ausdiskutieren, denn für ihn gelte das Regierungsprogramm, stellte er gegenüber dem Kurier klar.
Ein paar Stunden später meinte Faßmann, dass er sich selbstverständlich zum Regierungsprogramm bekenne und auch der geplante Gesetzesentwurf auf Basis des Regierungsprogramms erstellt werde.
VP und FP im Widerspruch über verpflichtende Deutschklassen für Ausländerkinder, meint Bernhard Gaul im Kurier.
Gelerntes in der Schule durchzuexerzieren …
Weniger Probleme wird Mölzer und seine FPÖ mit dem Wortlaut des Bildungsministers haben, mit dem er im Mittagsjournal seine Vorstellungen über das Deutschkursprogramm erklärte. Nach den Deutschkursen sollen laut Faßmann die Schüler/innen wieder zurück in den Klassenverband, um „das, was man gleichsam theoretisch erarbeitet hat gleich praktisch durchzuexerzieren“.
„Ist das die neue Schule? Ist sie dort, woher sie kommt?: zurück zum Kasernenstil?“, wundert sich Ilse Seifried (ÖLI-UG).

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