NOST: Verpflichtender Start der Neuen Oberstufe auf SJ 2021/22 verschoben

MOST -> NOST -> ? (Modulare Oberstufe - Neue Oberstufe - und dann?)

Der Ministerrat hat heute eine weitere Verschiebung des verpflichtenden Starts der Neuen Oberstufe (NOST) um zwei Jahre auf SJ 2021/22 beschlossen. Diese Möglichkeit haben all jene Schulen, die sich bereits für ein späteres Inkrafttreten als dem ursprünglich vorgesehen Termin (1.9.2017) entschieden haben. Alle anderen Schulstandorte bleiben in der NOST.
Ob die neuerliche Verschiebung der flächendeckenden Einführung der NOST ein Hinweis auf ihre baldige gänzliche Abschaffung ist, kann seriös nicht mit Sicherheit gesagt werden. Aber die Wahrscheinlichkeit ist dadurch deutlich gestiegen. Ein weiteres Indiz dafür könnte auch der Beschluss des Ministerrates sein, bis Ende 2019 die Neue Oberstufe zu evaluiert.  Minister Faßmann begründet diesen Schritt damit, dass die mehrheitlich negativen Erfahrungsberichte von jenen Schulen, die ihre Schulorganisation bereits auf die Nost umgestellt haben. Es habe sich gezeigt, dass die Einführung der NOST in den Schulen mehr „Probleme mit sich gebracht [habe], als …. gedacht“.
Schulverwaltung entrümpeln …
Außerdem will Faßmann die Schulverwaltung entrümpeln.  Das Ziel ist, 1.000 bis 1.200 nicht notwendige Vorschriften, vor allem Erlässe und Rundschreiben, zu streichen. Laut derStandard.at hat der Wiener Stadtschulrat erst zuletzt eine ähnliche Initiative begonnen. Seit Herbst wurden 1.000 von insgesamt rund 2.000 Erlässen gestrichen. "Es ist gut, dass man nicht mehr so eine Befehlsausgabe macht", sagte Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer (SPÖ). "Man kann das alles zurücknehmen – es muss aber abgelöst werden durch einen Dialog und eine andere Art der Kommunikation mit Lehrern. Nur wegnehmen und zu erwarten, es funktioniert trotzdem, ist zu wenig."
„Rückbesinnung“ auf Regierungsprogramm bei „Deutschklassen“
Einen Rückzieher, oder besser gesagt: einen Bauchfleck machte Faßmann bei seiner vor ein paar Tagen gemachten Aussage, dass jene Schüler, die nicht ausreichend die Landessprache beherrschen, beispielsweise drei Stunden pro Tag in einem Kursprogramm Deutsch lernen und in der restlichen Unterrichtszeit am normalen Unterricht in der Klasse teilnehmen sollen (siehe „Faßmanns Klarstellung zu den Herbstferien und Widersprüche bei Deutschklassen“). Heute verkündet der Bildungsminister dazu, es gelte das, was im türkisblauen Regierungsprogramm stehe. Und dort steht, dass alle Neueinsteiger ins Regelschulwesen, die nicht ausreichend Deutsch beherrschen, eine "Deutschklasse" absolvieren müssen.

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