Verschiebung der NOST ist die schlechteste mögliche Entscheidung

Wie Berichtet, wurde der verpflichtenden Start der Neuen Oberstufe (NOST) um zwei Jahre auf SJ 2021/22 verschoben.

Aber nicht alle Betroffenen sind mit dieser Entscheidung „glücklich“.

Denn es gibt nicht nur KollegInnen, die aufatmen, wenn die NOST in Frage gestellt wird, sondern auch jene, die das frustriert, weil an ihrer Schule die NOST funktioniert und sie viel Arbeit und Herzblut für das Gelingen hineingesteckt haben. In Schulen, an denen die NOST zwar mit großen Hoffnungen und viel Einsatz aller Betroffenen eingeführt wurde, aber nicht die erwarteten Ergebnisse erzielt werden können, ist der Unmut darüber jedenfalls nachvollziehbar, dass sie die „ungeliebte“ Neue Oberstufe weiterführen müssen und keine Wahloption mehr haben. Vor allem, weil durch die neuerliche Verschiebung die Wahrscheinlichkeit gestiegen ist, dass die NOST in zwei, drei Jahren endgültig Geschichte sein wird. Also viel Arbeit für Nichts?
Die schlechteste mögliche Entscheidung
Die Verschiebung der NOST um weitere zwei Jahre schlechteste mögliche Entscheidung. Sie schafft nur weitere Unsicherheit und Frust an den Schulen. Allen Betroffenen muss doch klar sein, dass auf Dauer nicht zwei komplett unterschiedliche Systeme der Schulorganisation parallel funktionieren können. Anstatt eine klare Entscheidung zu fällen, die derzeitige Form der NOST abzuschaffen oder ohne weitere Verzögerung verpflichtend einzuführen, wird, wie gehabt, weiter lamentiert. Offenbar ist Entscheidungsschwäche in der Bildungspolitik auch in der "neuen Politik" ein bestimmender Faktor. Und die türkis angehauchten AHS-Gewerkschafter feiern jetzt diese "feige" Entscheidung auch noch medial ab.

Ist Retroschulsystem das Ziel?

Ursula Göltl (ÖLI-UG) unterrichte an einer AHS, die vor über 10 Jahren ein modulares System entwickelt hat. „Für uns ist die Frage höchst relevant, ob die neue Regierung mit dieser Maßnahme Neueinsteigern mehr Zeit für die Umstellung geben will, oder ob alle Innovation zurückgefahren werden sollen. Dann wird sich zeigen, ob ein Retroschulsystem das Ziel ist“, ärgert sich die engagierte AHS-Lehrerin. Erstaunlich schnell sei es "der Lehrergewerkschaft" gelungen beim neuen Minister Gehör zu finden. „Dabei kann es sich nur um die Gewerkschaftsspitze handeln, wir von der Öli-UG vertreten in der AHS-Bundesleitung der GöD 21% der Kolleginnen und Kollegen und wurden in diese Gespräche nicht eingebunden“, stellt Ursula Göltl klar.

Raunzerei nachgegeben

Auch der Landesschulinspektor für kaufmännische Schulen im Stadtschulrat Wien, Mag. Fred Burda, ärgert sich dazu in einem FB-Kommentar. Für ihn ist die neuerliche Verschiebung der NOST „offenbar auf Druck der AHS-Gewerkschaft entstanden. Wir sind gut aufgestellt. Fazit: wir sind eine Republik, wo jeder Raunzerei nachgegeben wird.“

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