Offener Brief der Gew. der Hochschullehrer/innen an BM Heinz Faßmann: Wider die nationalsozialistischen Texte und Lieder in universitätsnahen Gruppierungen

Sehr geehrter Herr Bundesminister Faßmann!


Die Universitätengewerkschaft ist entsetzt über die menschenverachtenden Texte und Äußerungen rechtsradikaler Burschenschaften, die nunmehr -und zum wiederholten Mal - an die Öffentlichkeit gedrungen sind. In Ihrem Verantwortungsbereich, sehr geehrter Herr Bundesminister, liegen die Bildungsinstitutionen, in denen rechtsradikale Burschenschaften agieren und aus denen diese Organisationen Ihren Nachwuchs rekrutieren- Jugendliche, Schülerinnen und Schüler, Studierende.


Wir fordern ein öffentliches Zeichen Ihrerseits, in dem klar und unmissverständlich zum Ausdruck kommt, dass in österreichischen Bildungseinrichtungen nicht nur Texte und Äußerungen untragbar sind, sondern dass es absolut inakzeptabel ist, wenn Rechtsradikale sich aus der Verantwortung stehlen, indem sie behaupten, nichts gewusst zu haben oder Texte mit nationalsozialistischen, antisemitischen Inhalten, die in den Druckwerken der Burschenschaften veröffentlicht werden, nicht zu kennen. Auch Mitglieder von Burschenschaften und Mädelschaften verfügen über ausreichenden Bildungszugang, mit Nichtwissen zu argumentieren ist untragbar.


Als Universitätengewerkschaft fordern wir die öffentliche und unmissverständliche Verurteilung - nicht nur der rechtsextremen Inhalte und Handlungen , sondern insbesondere der Argumentation von Unwissenheit zur Rechtfertigung.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

a.o. Univ.-Prof. Dr. med. Martin Tiefenthaler
Facharzt für Innere Medizin (Nephrologie)
Vorsitzender der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst – Bundesvertretung 13 - WKP

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