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Schulschwänzen: Geldstrafen sollten nur die allerletzte Maßnahme sein.

Die ehemalige Bildungsministerin und jetzige Bildungssprecherin der SPÖ, Sonja Hammerschmid, nimmt Stellung zu den Plänen, einige Tage Schulschwänzen umgehend mit über hundert Euro zu bestrafen.

Den Schulschwänzer/innen zu helfen würde der Sache mehr dienen, anstatt sie der türkisblauen und „einfallslosen Strafpädagogik“ auszusetzen, kritisiert Hammerschmid ihren Nachfolger im Bildungsministerium. Aber offenbar sei „Strafen und Sanktionieren“ auch in der Bildungspolitik „das Leitmotiv dieser Regierung“. Beim Griff in die reaktionäre pädagogische Mottenkiste geht es Faßmann offensichtlich um parteipolitisches Kleingeld. Aber sicher nicht um eine Problemlösung. Schulschwänzen habe in der Regel „viel tieferliegende Gründe, wie etwa Schulangst, Mobbing oder familiäre Probleme. Diese werden nicht mit einer Verwaltungsstrafe gelöst“. Denn „sie geht nicht an die Wurzeln des Problems und trifft besonders jene Familien, wo es sozial ohnehin schwierig ist“, so Hammerschmid. „Gerade dort, wo es einen schwierigen sozialen Background gibt oder Kinder in einer problematischen persönlichen oder schulischen Phase sind, muss es Ziel des Bildungssystems sein, zu helfen und zu unterstützen – etwa mit Sozialarbeit und Jugendcoaching“.
In der letzten Regierung wurde deshalb auch ein entsprechendes Verfahren entwickelt, das vor allem auf Kommunikation und Helfen aufbaute. Strafen wurde erst als allerletzte Maßnahme vorgesehen. „Unser Grundsatz muss Helfen sein, statt Strafen“, mahnt Hammerschmid. Vor allem in der Bildungspolitik.

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