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Bildungsministerium: 40 statt 80 Mio. für Deutschförderklassen sind „ein großer Fortschritt“.

Bild: spagra
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Heftige Kritik üben die Opposition und die parteipolitisch unabhängigen Vertreter/innen der Lehrer/innen an Bildungsminister Faßmann für seine bisherigen Budgetverhandlungsergebnisse im Bildungsbereich.

 

Wie Berichtet („Für die Reichen sparen bei Bildung und Soziales“), wird - so die bekanntgewordenen Vorhaben auch im Budget ihren Niederschlag finden - spürbar auf Kosten der Bildung gespart: Statt € 80 Mio. für die Integration, ab 2019 nur mehr € 40 Mio. für Faßmanns „Deutschförderklassen“, das strukturelles Defizit im Bildungssystem wird nicht zur Gänze abgedeckt, in Zukunft wird es weniger Zweitlehrer/innen in den NMS-Klassen geben und eingespart werden soll auch in der Verwaltung.

Vor allem die Kürzungen der Mittel für die Integration seien „brandgefährlich“, warnt Ex-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid und Matthias Strolz, Bildungssprecher der Neos ortet einen „neuen Level der Verantwortungslosigkeit“.(diePresse)

 

Effizientere Deutschförderklassen 

Die neue Finanzierung der „Sprachklassen“ mit € 40 Million statt wie bisher mit € 80 Millionen aus dem Integrationstopf ist für Faßmann „ein großer Fortschritt“, denn aufgrund der sinkenden Flüchtlingszahlen und der effizienteren Deutschklassen benötige man künftig weniger Ressourcen. Ob die neuen separaten Deutschförderklassen wirklich finanziell „effizienter“ sind, wird sich erst noch zeigen müssen, die pädagogische Sinnhaftigkeit und damit ein effektiver Mitteleinsatz wird jedenfalls stark bezweifelt.
Wenn der ehemalige Wissenschaftler und jetziger Bildungsminister mitteilen lässt, dass 40, statt wie bisher 80 Millionen Euro „ein großer Fortschritt“ und es doch super sei, dass einige angedachte „Grausligkeiten“, wie Erhöhung der Klassenschülerhöchstzahl und die 10 prozentige Reduzierung der Unterrichtszeit, jetzt doch nicht komme, ist de facto nur eines fix: Die Sprachschulung für die schwarztürkisblaue „Neuen Politik“ arbeitet zumindest äußerst effizient.

 

Wird die Wahlmöglichkeit für neues oder altes Dienstrecht verlängert?
Neu ist, dass die Wahlmöglichkeit für Junglehrer/innen, ob sie in das neue oder alte Dienstrecht übernommen werden, über das Schuljahr 2018/19 hinaus verlängert werden soll (diePresse). „Der kurzfristige Spareffekt des alten Dienstrechtes (geringeres Anfangs-, dafür höheres Endgehalt) für Bundeslehrer/nnen ist bekannt, aber weit weniger groß als bei den APS-Kolleg/innen. Und die werden sicher nicht für Kurz+Co freiwillig in das für sie in Summe finanziell nachteilige alte Dienstrecht einsteigen“, ist sich Reinhart Sellner (ÖLI-UG und UGÖD) sicher. „Außerdem hat vor einem Jahr der Rechnungshof die lange Übergangsfrist für das neue Dienstrecht wegen den hohen zusätzlichen Kosten scharf kritisiert. Das ist zwar auch ein Blödsinn, aber das spielt ja in der Neuen Politik scheinbar eh keine Rolle mehr“, ergänzt Manfred Sparr (ÖLI).

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