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Politisch neutraler Unterricht im Fach Politische Bildung? Geht doch gar nicht! Und ist auch nicht sinnvoll.

Bild:spa
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Jan Michael Marchart geht in einem Artikel in der Wiener Zeitung der Frage nach:

„Dürfen Lehrer politisch sein?“
Eine interessante Analyse auf Basis einer Handreichung für Lehrer/innen des Zentrums für Politische Bildung der PH Wien: "Was darf Politische Bildung?". Sie soll den Lehrer/innen mehr Sicherheit im Politikunterricht zu geben.

Beutelsbacher Konsens
Grundlage für die Beurteilung, ob eine Lehrperson durch ihren Unterricht die Schüler/innen unkorrekt politisch ideologisch Beeinflusst, entscheidet jedenfalls keine Partei, sondern ein von deutschen Linken und Konservativen hart erstrittener Grundsatz, der seit mehr als fünfzig Jahren gilt: der Beutelsbacher Konsens, stellt Marchart zu Beginn seiner Analyse klar. Dieser besage, dass Lehrer ihren Schülern keine Meinung anerziehen dürfen (Überwältigungsverbot), dass Themen kontroversiell unterrichtet werden müssen (Kontroversitätsgebot) und dass Schüler im politischen Prozess eigene Entscheidungen treffen können sollen (Interessenorientierung).
Lehrer/innen müssen nicht politisch neutral unterrichten …
Lehrer/innen müssen nicht politisch neutral unterrichten. Genau genommen können und sollen si das auch nicht. Konsens ist, dass die Aufgabe des Politikunterrichts die politische Urteils- und nicht die Meinungsbildung ist. Dafür ist es aber sinnvoll, dass Lehrer/innen ihre Meinung zu einem Thema äußern, nur müssen sie diese als die ihre kennzeichnen und als eine von vielen darstellen.
Keinesfalls könne aus dem Konsens abgeleitet werden, "dass Lehrer politisch neutral unterrichten müssen", sagt der Leiter des Zentrums für Politische Bildung und einer der Autoren des Leitfadens, Philipp Mittnik. Dies sei eine weitverbreitete Fehlinterpretation. Einerseits weil die Objektivität allein durch die Auswahl der Schwerpunkte und Materialien nicht mehr gegeben sei und andererseits, "weil man menschrechtsfeindlichen und demokratiegefährdenden Aussagen gegenüber nicht neutral sein kann". Diese würden in der Schule zum Alltag gehören, sagt Mittnik. Sie sei schließlich ein Spiegel der Gesellschaft.

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