· 

Scharfer Ton und „soziale Kälte“ - der neue Stil in der Bildungspolitik

Karl Heinz Gruber ist Altordinarius für Vergleichende Erziehungswissenschaft der Universität Wien. Bild:Gruber - Folder UBG-Veranstaltung
Karl Heinz Gruber ist Altordinarius für Vergleichende Erziehungswissenschaft der Universität Wien. Bild:Gruber - Folder UBG-Veranstaltung

Endlich wieder Sitzenbleiben!


Ein lesenswerter Kommentar Karl Heinz Grubers im derStandard.at


Keines der Kernstücke des türkis-blauen Pädagogikpakets hält einer kritischen Überprüfung stand. In dessen Jargon müsste es wohl heißen: Ungenügend, setzen!
Der Diskurs der türkis-blauen Regierung über Bildung, Schule und Lernen weist unüberhörbar einen neuen, schärferen Ton und einen neuen Stil auf, der sich mit seiner "sozialen Kälte" und "rohen Bürgerlichkeit" (Heitmeyer) markant von der kinderfreundlichen, förderorientierten und chancenangleichenden Pädagogik der letzten Jahrzehnte unterscheidet. Der bildungspolitische "Klimawandel" zeigt sich an Begriffen und Formulierungen wie "Bildungspflicht", "verschärfen", "nachweislich", "verbindlich", "präzise Regelung", "verstärkte Datenanalyse" etc., die das Bildungskapitel des Koalitionsabkommens in mannigfaltiger Abwandlung durchziehen. Aus türkis-blauer Sicht ist Schule nicht mehr der Ort, an dem mit pädagogischem Augenmaß, Solidarität und Empathie fair und differenziert gelehrt und gefördert wird; die Schule soll vielmehr eine Lernanstalt werden, für die es klare Voraussetzungen, strenge Regeln und harte Sanktionen gibt.

........
Zum Artikel (derStandard.at)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0