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Supportwerteinheiten – dringend erforderlich!

Karlheinz Rohrer Bild:ÖLI-UG
Karlheinz Rohrer Bild:ÖLI-UG

Kommentar von Karlheinz Rohrer: Fachausschusses BMHS Steiermark

(aus SteiLeZeit BMHS 03/2018)


Regelmäßig angekündigt war es Teil aller Verhandlungen der letzten Jahre. Es gab Zustimmung von allen Seiten und Zusicherungen aller Regierungen. Was? Supportpersonal für alle Schulen. Auf sozialer Ebene wie auf administrativer. Tatsächlich brauchen wir unterschiedlichste Personengruppen, die dabei bestens helfen könnten, Schule für alle, für unsere SchülerInnen, aber auch für uns LehrerInnen zu einem besseren Ort zu machen. Ein enormer Teil unserer Arbeit fließt bereits weit weg von den Klassen in die Unterstützung von Einzelfällen, in einen längst schon überbordenden Bürokratismus, der eigentlich nicht zu rechtfertigen ist. Die angekündigte neue Leistungsbeurteilungsverordnung mit ihrer Aufschlüsselung jedes Semesters in jedem Gegenstand in jeder Klasse in zig Kompetenzen, die alle von allen SchülerInnen erfüllt werden müssen, wird das weiter steigern.
Die allermeisten von uns leisten gerade im sozialen Bereich viel mehr, als sie müssten, oft mehr als sie eigentlich zu leisten imstande sind. Dass unsere Schulen trotz der zunehmenden Mangelverwaltung nach wie vor meistens so gut funktionieren, liegt daran, dass wir unsere Arbeit weit über das erforderliche Maß hinaus erfüllen. Weil uns unsere SchülerInnen so wichtig sind, dass wir unterstützen müssen, wenn wir sehen, dass Hilfe benötigt wird.
Wo ist also das Supportpersonal, von dem immer wieder die Rede war?

In unseren Schulen ist davon wenig bis gar nichts angekommen.

Was wir aber unbedingt brauchen, ist nicht nur dieses dringend benötigte hochqualifizierte Personal, wir brauchen vor allem auch Supportwerteinheiten. Als Minimalforderung im Schnitt etwa zehn Prozent zusätzlich zu den bisherigen Werteinheiten. Mit diesen soll es dann möglich werden, dass spezielle Beratungsstunden, Förderstunden, wichtige zusätzliche Kurse für unsere SchülerInnen angeboten werden können. Wir wissen oft am besten, was diese brauchen, welche Klasse unbedingt etwa „Soziales Lernen“ oder ein Kommunikationstraining zusätzlich benötigt. Die Arbeit von VertrauenslehrerInnen – oft mit enormem Zeit- und Gefühlsaufwand verbunden – sollte endlich ansprechend und fair miteingerechnet werden. Die administrative Mitarbeit, etwa bei Einteilungen, Stunden-plänen, in der Elternarbeit oder der Gestaltung von Schulveranstaltungen, genauso.
Aber wird irgendetwas davon kommen? Ich bin da sehr pessimistisch. Jahr für Jahr – und das seit Jahrzehnten – wird eher daran gearbeitet, dass wir mehr arbeiten und weniger an Ressourcen dafür zur Verfügung gestellt wird. Schulverwaltung bleibt weiterhin Mangelverwaltung. (Wenn ich etwa erzähle, dass wir uns unsere Stifte und PCs für die Arbeit selbstverständlich selbst kaufen, sehen mich FreundInnen aus anderen Bereichen ungläubig und zweifelnd an.)
Warum das wohl so bleiben wird? Weil diese Regierung, das zeigen die Entscheidungen des Bildungsministers, an Verbesserungen für die Schulen nicht interessiert ist. Dabei ist das höchste Gut einer Demokratie gut gebildete Menschen. Je gebildeter, desto weniger leicht zu manipulieren, desto demokratiefähiger.
Unsere Aufgabe als Lehrerinnen und Lehrer ist es, unsere Schüle-rinnen und Schüler zu eben diesen kritischen, demokratiefähigen Menschen zu erziehen. Unterstützung dafür dürfen wir von dieser Regierung kaum erwarten.

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