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Sonderverträge und Artikel X Verträge ab dem sechsten Jahr unbefristet

Bild:spagra
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Bei den sogenannten Artikel X und den Sonderverträgen nach § 36 VBG (Vertragsbedienstetengesetz) handelt es sich um Verträge für Lehrer*innen im alten Dienstrecht, die entweder die vollen Anstellungserfordernisse nicht erfüllen (Artikel X) oder Lehrer*innen mit Sondervertragsvereinbarung gem. Rundschreiben 20/2015 der Technischen Fächer, Mathematik, Physik, Chemie und Informatik sind.

 

Unbefristet,

wenn Beschäftigung „über eine Gesamtdauer von fünf Schuljahren“ hinausgeht 


Im aktuellen Erlass des Ministeriums, der kürzlich an alle Bildungsdirektionen erging, ist endlich geklärt, dass:

  • für die Lehrer*innen mit Sonderverträgen „Weiter- und Wiederbestellungen“ zulässig sind, „wenn geeignete Vertragslehrpersonen, die die Einreihungserfordernisse erfüllen, trotz Ausschreibung …. nicht gefunden werden“,
  • die „Verträge im Rahmen solcher Weiter- und Wiederbestellungen“ höchstens auf ein Schuljahr „befristet abgeschlossen werden dürfen“,
  • bei einer Beschäftigung, die „über eine Gesamtdauer von fünf Schuljahren“ hinausgeht, „das Dienstverhältnis auf unbestimmte Zeit zu verlängern“ ist und
  • für die, die schon jetzt mehr als 5 Jahre haben: "Soweit Personen mit Verträgen nach Art. X des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 350/1982 im Dienstverhältnis stehen, deren Gesamtverwendungsdauer fünf Schuljahre bereits überschritten hat, sind die Dienstverträge (mit dem aktuell vereinbarten Beschäftigungsausmaß) als auf unbestimmte Zeit eingegangen umzustellen."

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Kommentare: 10
  • #1

    Max (Dienstag, 19 Mai 2020 08:49)

    Ich bin mittels mittlerweile unbefristeten Sondervertrag (Bewegung und Sport) in einer NMS angestellt.
    Habe ich als Sondervertragslehrer (unbefristet) auch nach 5 Jahren den Anspruch auf Vollbeschäftigung auf unbestimmte Zeit?
    Danke für die Hilfe.

  • #2

    Josef Gary Fuchsbauer (Dienstag, 19 Mai 2020 09:56)

    Beantragen kann man das sicherlich;
    aber aus dem Wort Sondervertrag erschließe ich, dass nicht alle Anstellungserfordernisse erfuellt sind und daher die Bildungdsdirektion mehr Stunden (also eine Erhoehung deines Vertragsausmaßes) nur geben darf, wenn keine vollgeprueften Bewerber*innen da sind.
    Wenn allerdings die Stundenanzahl erhoeht wird, dann erhoeht sich auch das Vertragsausmaß.
    Bei einem Dauervertrag kann der Dienstgeber nicht einseitig sagen: naechstes Jahr bekommst du weniger!

  • #3

    Regina (Montag, 13 Juli 2020 12:21)

    Mein Sondervertrag wurde in diesem Jahr auf einen normalen Dienstvertrag umgestellt (AHS Ausbildung aber an NMS) .Welche Konsequenzen hat das für mich? MfG

  • #4

    Gary (Montag, 13 Juli 2020 13:12)

    Seit 1.9.2019 erfuellt man auch mit einem AHS-Lehramtsstudium die Anstellungserfordernisse fuer NMS und somit bedarf es bei einer entsprechenden Anstellung keines Sondervertrages mehr. Wenn die Anstellung im alten Dienstrecht ist, sollte die Bezahlung nach dem Schema l2a2 erfolgen. Ok?
    Bei einer allfaelligen spaeteren Anstellung an einer AHS oder BMHS waere die Bezahlung l1 und die Berufserfahrungszeiten an der NMS werden voll angerechnet.
    LG Gary

  • #5

    Max (Mittwoch, 15 Juli 2020 16:42)

    Ich werde ab September an einer NMS unterrichten. Jedoch habe ich bis dahin meinen Bachelor noch nicht wegen 1 fehlenden Prüfung, die erst ab September wieder angeboten wird. In welche Gehaltsstufe falle ich dann?

  • #6

    Josef Gary Fuchsbauer (Donnerstag, 16 Juli 2020 16:46)

    Das kommt drauf an, ob die Bildungsdirektion es wie im Abs. 11 von
    https://www.jusline.at/gesetz/vbg/paragraf/38 sieht (weil ja zu erwarten ist, dass das Studium bald abgeschlossen wird) oder einen Vertrag nach Abs. 11a gibt. Im ersten Fall wird das normale pd-Gehalt bezahlt, im zweiten wird es bis zur positiven Ablegung der letzten Prüfung einen prozentuellen Abschlag vom Grundgehalt geben.

    Die Verweildauer in Stufe 1 sind bei Einstieg ohne Studienabschluss 8,5 Jahre - was aber im konkreten Fall bedeutungslos ist, weil immer die kuerzere Verweildauer gilt: Bei Einstieg ohne Abschluss maximal 8,5 Jahre in Stufe 1, aber maximal 4,5 Jahre ab der lezten Bachelorpruefung (oder Bachelorarbeitsbeurteilung) und maximal 3,5 Jahre ab der lezten Ma(gi)sterpruefung (oder Masterarbeitsbeurteilung). Z.B. bei Bachelorabschluss im Jaenner 2021 und durchgehender Beschaeftigung erfolgt die Vorrueckung in Stufe 2 mit 1.8.2025 (außer der Master wuerde schon vor Jaenner 2022 abgeschlossen ...)

    Neues Dienstrecht für neue Lehrpersonen
    Grundgehalt bei voller Lehrverpflichung (22 Stunden)
    Stufe Euro Dauer
    1 2.781,1 3,5-8,5 J.
    2 3.165,6 5 Jahre
    3 3.551,1 5 Jahre
    4 3.936,7 6 Jahre
    5 4.322,5 6 Jahre
    6 4.708,2 6 Jahre
    7 4.946,5 bis Pension

    Zulagen pro Monatswochenstunde:
    14,4 LVPflGr.III ab 9.Schulst. / gewisse Fächer an BS
    27,5 NMS-Schularbeitsfächer, LVPflGr.I+II 5.-8. Schulst. AHS
    35,2 LVPflGr.I+II ab 9. Schulst. A+BHS (in diesen Fächern sind 20 Stunden eine volle Lehrverpflichtung)

    Beispiel als Lehrer*in an AHS:
    10 Stunden Mathematik an Oberstufe (10x35,2 Zulage)
    5 Stunden Mathematik an Unterstufe (5x27,5 Zulage)
    5 Stunden Physik an Oberstufe (LVPflGr.III, 5x14,4 Zulage)
    1 Stunde qualifizierte Nachmittagsbetreuung
    ergeben eine volle Lehrverpflichtung und
    2781,1 Euro 14mal/Jahr und
    352+137,5+72=561,5 Euro 12mal/Jahr.
    Die 2 Zusatzgehaelter werden als 4 halbe Gehaelter Sonderzahlung im
    Sept./Nov./Maerz/Juni ausbezahlt.

    LG Gary

  • #7

    Anonym (Mittwoch, 26 August 2020 19:09)

    Wie sieht die aktuelle Situation für schwangere Lehrerinnen aus? (Wegen Corona)
    Können diese ausschließen im Homeoffice arbeiten? (Vorbereitung, Verbessern.)
    Herzliche Grüße

  • #8

    Josef Gary Fuchsbauer (Mittwoch, 26 August 2020 21:33)

    Schwangerschaft gilt schon seit dem Fruehjahr nicht als Risiko bezueglich Corona, daher auch nicht als Grund fuer Homeoffice (das ist allgemein so, nicht speziell bei Lehrerinnen).

  • #9

    Parmy (Donnerstag, 27 August 2020 15:42)

    Seit 2015 arbeite ich als ein Native Speaker Teacher in einer Volksschule. Wann bekomme ich einen unbefristeten Vertrag?

  • #10

    Gary (Donnerstag, 27 August 2020 16:32)

    In Österreich kann man im oeffentlichen Dienst maximal 5 Jahre befristet beschaeftigt werden. Ab dem 6. Jahr ist ein Dauervertrag auszustellen. Seit Mai 2019 gilt das auch für Sonderverträge.
    D.h., wenn die Anstellung schon mehr als 5 Jahre dauert, ist der neue Vertrag ein Dauervertrag, bzw. sollte ein befristeter Vertrag in einen Zeitraum von mehr als 5 Jahren hineinreichen, kann ein neuer Vertrag beantragt werden (sollte aber an sich automatisch vom Dienstgeber entsprechend ausgestellt werden).