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Presseaussendung: Ärzte raus aus den Schulen?

Presseaussendung der VLI, UBG, OeLI: Ärzte raus aus den Schulen? Bild Georg Vit/spagra
Presseaussendung der VLI, UBG, OeLI: Ärzte raus aus den Schulen? Bild Georg Vit/spagra

Medienaussendung der

 

VLI  Vorarlberger Lehrer*innen Initiative

UBG  Unabhängige Bildungsgewerkschaft
ÖLIUG  Österreichische Lehrer*innen Initiative

THEMA: Schule & Gesundheit

Ärzte raus aus den Schulen?
 
Schulärzt*innen sollen in Zukunft mehr Aufgaben übernehmen. Dies nimmt der Gemeindebund-Präsident Riedl zum Anlass, die Abschaffung der Schulärzt*innen zu fordern. Um 30-40 Mio. € jährlich soll es gehen. Kosten, die den Gemeinden laut deren „Chef“ zu Unrecht aufgebürdet werden.  Wir  begrüßen diese Diskussion, zeigt sie doch, wie schlecht es um die medizinisch-sozial-psychologische Betreuung in den Schulen steht.

Wir fordern seit Jahren, nach dem Vorbild anderer Länder endlich das nötige Geld in die Hand zu nehmen und die zusätzliche Unterstützung für die Schüler*innen einzurichten. Rechnen wir einmal nach: In Österreich gibt es über 1 Mio. Schüler*innen und Länder und Gemeinden sollen nicht bereit sein, 30 - 40 € pro Kind und Jahr für die Absicherung der jährlichen Untersuchungen auszugeben?
Der AHS-Vertreter Gerhard Pušnik möchte diese Diskussion aufgreifen und positiv wenden: „In vielen Schulen wird die Anwesenheit und die Untersuchungs- und Beratungstätigkeit der Ärzt*innen als sehr positiv erlebt, dies soll weiter so bleiben. Was fehlt, sind multiprofessionelle Teams. Schulärzt*innen, Psycholog*innen und Sozialarbeiter*nnen sollen an den Schulen zusammenarbeiten, sowohl präventiv wirken als auch in akuten und schwierigen Situationen für Schüler*innen und Lehrer*innen unterstützend da sein. Die Gesundheitsvorsorge und die psychosoziale Unterstützung an den Schulen muss ausgebaut werden.“

„Österreich ist hier klar im Rückstand, das zeigen auch die Vergleichsstudien, die regelmäßig gemacht werden. Dieser unhaltbare Zustand geht ganz klar zu Lasten der Lehrer*innen und Schüler*innen. Hier hat auch die türkis-blaue Regierung null Akzente gesetzt, das muss sich endlich ändern. Bund, Länder und Gemeinden müssen endlich an einem Strang ziehen und eine medizinisch-psychologische Offensive starten“, fordert auch die BMHS-Vertreterin Katharina Bachmann.

Die vom Gemeindebund-Chef Riedl vorgebrachten Vorschläge – die Schüler*innen zu den niedergelassenen zu schicken und den Mutter-Kind-Pass zu verlängern – sind in keiner Weise geeignet, diese Versäumnisse auszugleichen.


Rückfragehinweis:
Gerhard Pušnik,Katharina Bachmann

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