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Wie schaut's mit der Bildung aus: Antwort der Grünen - Gesamt- und Ganztagsschule

Sibylle Hamann (Bildung, Soziales, Gleichstellung). Quelle: zurueckzudengruenen.at
Sibylle Hamann (Bildung, Soziales, Gleichstellung). Quelle: zurueckzudengruenen.at

87,5 % Übereinstimmung mit den ÖLI-UG-Vorstellungen und -Forderungen ergeben die Antworten der GRÜNEN.

 

Danke für die Antworten!

 

Die GRÜNEN treten ein für eine weitgehende Gesamt- und Ganztagsschule, die Kindern aus sozial schwächeren Familien Bildungsunterstützung bietet. Kostenlose Supervision für Lehrer*innen ist für die GRÜNEN wichtig, eine Verpflichtung soll es dazu aber nicht geben. Die Schule muss Gesundheit fördern und es muss genügend Budget von der Regierung bereit gestellt werden.

 

Bei allen Antworten sind die GRÜNEN vorsichtig und betonen, dass sie erst ins Parlament gewählt und dann in die Regierung kommen müssen, um die von uns genannten Punkte umzusetzen. Na klar! Davon gehen wir aus. Die Umsetzung werden wir erst vehement einfordern, wenn Ihr in der Regierung angekommen seid oder als einfache Mandatare etwas ganz anderes macht, als Ihr es hier verspracht. Versprochen!

 

Die Antworten im Detail:

 

DIENSTRECHT

 

 FRAGE 1 Altersteilzeit:

 Wann wird die Möglichkeit der Altersteilzeit für Vertragslehrer*innen geschaffen bzw. andere Möglichkeiten eines "sanften" Ausstiegs für Vertragslehrer*innen geprüft?

Die Grünen werden sich dafür einsetzen, dass auch Mitarbeiter*innen des Bundes und der Länder Altersteilzeit in Anspruch nehmen können.So bald wie möglich!

 

 FRAGE 2 Neues Dienstrecht:

 Ab 1.9.2019 können neueinsteigende Lehrer*innen in Österreich nicht mehr zwischen altem und neuem Dienstrecht wählen.

 

Beabsichtigt Ihre Partei dabei Änderungen oder finden Sie es in Ordnung, dass akademisch ausgebildete Lehrer*innen im neuen Dienstrecht in Zukunft eine um ca. 15% höhere Grundarbeitszeit haben, während sie zugleich pro Monat um 600 Euro brutto weniger im Lebensschnitt verdienen (bei Vergleich gleicher Arbeitszeiten)? 

 Ja wir beabsichtigen Änderungen und nein wir finden es nicht in Ordnung.

 

FRAGE 3: Bewerbung und Auswahl von neuen Lehrer*innen

Die seit 2018 bestehenden Reihungsrechte der Schulleitungen bei Bewerber*innen für offene Lehrer*innenstellen zeigen bereits die befürchteten Entwicklungen: von offener und versteckter Freunderlwirtschaft bis zu dem Faktor, dass der Zufall immer größere Bedeutung für die Anstellung hat. Bewerber*innen mit Familiennamen, die im Alphabet weiter hinten liegen, haben weniger Chancen und engagierte Schulleitungen sind mit der Reihung von dutzenden Bewerber*innen materiell und personell überfordert.

 

Beabsichtigt Ihre Partei die Missstände abzustellen, um faire, überprüfbare Anstellungen und damit die Zuteilung guter Lehrer*innen auch an weniger attraktive Schulstandorte zu gewährleisten, indem die Bildungsdirektionen folgende vier Aufgaben zu erfüllen haben:

 

* Bewertung der Bewerbungen entsprechend der Erfüllung der Anstellungserfordernisse,

* die Ausstellung von Verträgen,

* die Reihung nach objektiven Kriterien,

* die Zuweisung der Ausgewählten an die Schulen?

 ☐ JA

 

FRAGE 4: Supervision für Lehrer*innen

Planen Sie verpflichtende, kostenlose Supervision für alle Unterrichtenden (innerhalb der Lehrverpflichtung) zu finanzieren?

Verpflichtende Supervision sind wenig sinnvoll, da hier auch der/die Supervisand*in Interesse haben und an der Entwicklung von Zielen beteiligt sein muss. Und ja für die, die es wollen, soll dies kostenlos und in der Dienstzeit erfolgen.

 

 

SCHULDEMOKRATIE: Gewählte Schulleitungsteams auf Zeit

FRAGE 5: Schulleitung wählen

Die seit 2019 neuen Vorgaben, wie geeignete Schulleiter*innen zu finden sind, geben den Betroffenen weniger Rechte als davor: Bewerber*innen haben nun kein Einspruchsrecht mehr, Lehrer*innen und Verwaltungspersonal (die z.B. bisher in OÖ abstimmen durften) haben praktisch keine realen Mitbestimmungs- oder Abwahlmöglichkeiten.

 

Beabsichtigt Ihre Partei dabei Änderungen in der Hinsicht, dass die an einer Schule beteiligten Menschen die Schulleitung selbst auswählen können, so wie Gemeindebürger*innen ihre Bürgermeister*innen wählen dürfen?

☐ JA

Leider ist der Vergleich mit der Wahl von Bürgermeister*innen nicht zutreffend. Viel eher müsste hier ein Vergleich zB mit Universitäten oder Unternehmen erfolgen. Seit der Autonomie der Universitäten gibt es hier die Wahl des Rektors/der Rektorin, wie sie im Universitätsgesetz geregelt ist, - also der Senat erstellt einen Dreiervorschlag und der Universitätsrat wählt aus. Es müsste für die Schulen ein neues Modell entwickelt werden, dass sich daran orientiert.
 

Finden Sie es in Ordnung, dass Schulleitungen auf Lebensdauer bestellt werden oder wird Ihre Partei für die Einrichtung von Schulleitungen auf Zeit eintreten und es den Schulen ermöglichen, auch Leitungsteams einzurichten?

 

☐ Meine Partei tritt für Schulleitungen auf Lebensdauer ein.

 

☐ Meine Partei tritt für Schulleitungen auf Zeit ein.

 

☐ Meine Partei tritt für die Möglichkeit von Schulleitungsteams ein.

 

 

GLEICHSTELLUNG und GENDER

FRAGE 6: Umsetzung von Gender-Aspekten in der Schule

 Planen Sie, allen Ebenen des Schulsystems und der Schulbuch-Kommission eine konkrete, verpflichtende Handreichung zur Umsetzung von Gender-Aspekten vorzulegen?

 ☐ JA

 

FRAGE 7: Schulbücher gendern

 Planen Sie, eine wissenschaftlich begleitete Evaluierung nach Genderkriterien bei der Auswahl der Schulbücher einzuführen?

 ☐ JA

 

FRAGE 8: Mehr Geld für Gleichstellungsabteilung

 Planen Sie, die Finanzen der Gleichstellungsabteilung im Unterrichtsministerium zu erhöhen?

 Diese Frage kann derzeit nicht beantwortet werden, da uns das Budget und die Aufgaben im Detail nicht bekannt sind. Gesagt werden kann, dass es selbstverständlich eine verstärkte Gleichstellungspolitik in der Schule braucht, die auch finanziert werden muss.

 

UNTERSTÜTZUNG VON SCHÜLER*INNEN UND LEHRENDEN

 

 FRAGE 9: Chancengerechtigkeit

Nationale und internationale Bildungsberichte (zuletzt wieder die OECD-Bildungsstudie) zeigen seit Jahrzehnten, dass Kinder aus bildungsferneren Familien nicht dieselben Chancen auf eine Bildungskarriere bis zu einer höheren oder universitären Bildung wie Kinder aus Akademikerfamilien haben.

 

Welche Maßnahmen werden Sie für die Verwirklichung der Chancengerechtigkeit in der Bildung treffen?

  Maßnahmen:

  • Die Grünen setzen auf eine gemeinsame Schule der 6- bis 14-Jährigen mit individueller Förderung aller Schüler*innen, um die in Österreich frühe soziale Selektion im Alter von nur 10 Jahren zu beenden.
  • Jedes Kind wird so gefördert, dass es sein Potenzial erkennen, ausschöpfen und seine persönliche Bestleistung erbringen kann. Das gilt für die speziellen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung ebenso wie für jene von Hochbegabten.
  • Sprachförderung findet innerhalb des Klassenverbandes statt – separate Sprachstartklassen sind ausschließlich für schulische Quereinsteiger*innen sinnvoll.
  • Das Angebot an verschränkten Ganztagsschulen ist auszubauen. Alle Kinder sollen ein Recht auf ganztägige Betreuung haben. Hier haben alle Schüler*innen die Möglichkeit, Hausübungen und Schularbeitsvorbereitungen unter professioneller pädagogischer Aufsicht zu erledigen. Dies bringt nicht nur eine Entlastung für Eltern, sondern ermöglicht auch mehr Chancengleichheit. Das Angebot soll für die Eltern in einer Kernzeit von 9 bis 15 Uhr kostenlos sein.

 

FRAGE 10: Schulbudget und Gesundheit

Werden Sie das Budget der Schulen so erhöhen, dass Schulgemeinschaften nicht mehr Getränkeautomaten mit nachweislich ungesunden Lebensmitteln gewinnbringend vor Ort aufstellen müssen, um ihre Schulprojekte finanzieren zu können?

☐ JA

Auch diese Maßnahmen, wie auch vorige, sind nur in der Regierung möglich. Die Grünen versuchen jetzt einmal, wieder ins Parlament zu kommen und werden dort ihr Möglichstes tun.

 

FRAGE 11: Budget

 Ist Ihrer Partei Bildung so wichtig, dass sie vorhat, dafür genügend Geld in die Hand zu nehmen und einen Bildungsbudgetanteil am BIP weit über dem OECD-Schnitt (derzeit 5%) zu erreichen?

☐ JA, aber auch hier wieder – geht nur in der Regierung und wir sind vorläufig nicht einmal im Parlament, aber hoffentlich nach dem 29. September.

 

FRAGE 12: Unterstützungspersonal

 Im Vergleich zu OECD-Zahlen anderer Länder fehlen in Österreich immer noch über 13.000 Personen an Unterstützungspersonal an den Schulen, obwohl bisherige Regierungen dazu Absichtserklärungen abgegeben haben.

 

Werden Sie dafür sorgen, dass ausreichend Schulsozialarbeiter*innen, Psycholog*innen, Gesundheitspersonal und Personal für z.B. Nachmittagsbetreuung angestellt werden und all diese Teil der Schulgemeinschaft werden?

 ☐ JA, aber auch hier wieder – geht nur in der Regierung und wir sind vorläufig nicht einmal im Parlament, aber hoffentlich nach dem 29. September.

 

FRAGE 13: Klassen- und Gruppen-Teilungszahlen

 2018 wurde die Verordnung aufgehoben, die die Gruppen-Teilungszahlen und Klassengrößen als bundesweit geltende Maßzahlen bestimmte. Die Entscheidung darüber wurde in die Autonomie der Schulen gegeben, ohne die Lehrer*innenstunden oder das Budget für die Schulen zu erhöhen. Damit wurde ein Konkurrenzkampf in den Schulen um die Größe der Klassen und Gruppen eröffnet, der meist von finanziellen Überlegungen und nicht von pädagogischen oder didaktischen Vorteilen für die Schüler*innen geprägt ist. Wie wir alle wissen, diente diese Maßnahme dazu, den Schulen den schwarzen Peter der Mangelverwaltung umzuhängen, weil die Berechnungskenngrößen seit Jahren zu gering sind.

 

 Wird Ihre Partei dafür sorgen, dass es wieder einheitliche Größen für Lerngruppen und Klassen nach pädagogischen Kriterien für ganz Österreich gibt?

 ☐ JA, aber auch hier wieder – geht nur in der Regierung und wir sind vorläufig nicht einmal im Parlament, aber hoffentlich nach dem 29. September.

 

 

FRAGE 14: Vorrang der Pädagogik

Bei den Lehrplanänderungen der letzten Jahre kam es immer wieder zu Kürzungen in musisch-kreativen Fächern, aber auch bei sogenannten Nebenfächern, weil letztlich alles dem Ziel Zentralmatura untergeordnet wird.

 

Wird sich ihre Partei dafür einsetzen, dass einerseits musisch-kreative und soziale Bereiche in den Schulen wieder mehr Gewicht bekommen und dass andererseits wieder Pädagogik und nicht (Über-)Prüfungen das Leben an den Schulen bestimmen?

☐ JA, aber auch hier wieder – geht nur in der Regierung und wir sind vorläufig nicht einmal im Parlament, aber hoffentlich nach dem 29. September.

 

FRAGE 15: Notenpflicht in der Volksschule

Die letzte Regierung hat von Schulautonomie gesprochen, aber z.B. die Beurteilungsform in der Volksschule weitestgehend aus der Entscheidung der Lehrer*innen und Eltern genommen.

 

Beabsichtigt Ihre Partei, Entscheidungen, wie z.B. über Noten schon ab der 2. Volksschulklasse oder die Art und Weise der Integration von noch nicht Deutsch sprechenden Kindern, am Schulstandort treffen und diese Konzepte dann auch dort weiterentwickeln zu lassen?

 ☐ NEIN. Die Entscheidung darf nicht nur am Schulstandort getroffen werden, sondern bestimmte Bereiche sollten zentral geregelt werden, das ist keine Frage der Autonomie. Maßnahmen wie die Wiedereinführung verpflichtender Ziffernnoten und des Sitzenbleibens in der Volksschule, die Kürzung der Ressourcen für die Deutschförderung oder neue Zugangshürden für die AHS und die Hochschulen folgen den Prinzipien Separieren und Sanktionieren statt Fördern und Unterstützen.

 

FRAGE 16: Frühe Entscheidung zwischen Mittelschule und AHS

 Werden Sie die frühe Entscheidungserfordernis zwischen Mittelschule und AHS am Ende der Volksschulzeit aufrecht erhalten, obwohl sie immer wieder von der OECD kritisiert wird?

 ☐ NEIN. Die Grünen setzen auf eine gemeinsame Schule der 6- bis 14-Jährigen mit individueller Förderung aller Schüler*innen, um die in Österreich frühe soziale Selektion im Alter von nur 10 Jahren zu beenden.

 

 

SCHULBUCH und SCHULBAUTEN

 

FRAGE 17: Schulbuchkommission

Planen Sie mehr Gesprächsmöglichkeiten über gewünschte Änderungen am Schulbuch zwischen Schulbuch-Autor*innen und Schulbuchkommission zu schaffen? Die Ergebnisse sollen von den Verlagen verpflichtend umgesetzt werden.

Hier ist eine generelle Überarbeitung und Neukonzeption von Unterrichtsmaterialien, wie eben auch Schulbücher erforderlich

 

FRAGE 18: Unterricht und Arbeitsschutz

Werden Sie sich dafür einsetzen, dass Unterricht in Klassenräumen und Schulgebäuden, die nicht den Anforderungen der AUVA und des Arbeitsschutzes für gesundheitsunbedenkliche Arbeitsräume bzw. gesundes Raumklima entsprechen, verboten wird? (Z.B. Unterrichtsverbot in Räumen bei mehr als 30 Grad Celsius Raumtemperatur ab 12 Uhr mittags oder ab einem gewissen CO2-Gehalt der Atemluft)?

☐ JA, aber auch hier wieder – geht nur in der Regierung und wir sind vorläufig nicht einmal im Parlament, aber hoffentlich nach dem 29. September.

 

 

FRAGE 19: Umweltschutz und Schulbauten

Werden sie den Maßnahmen zum Umweltschutz und zur Umweltschutzerziehung bei Neubauten, Sanierungen, Schulhofgestaltungen etc. im Schulbereich umsetzen?

☐ JA, aber auch hier wieder – geht nur in der Regierung und wir sind vorläufig nicht einmal im Parlament, aber hoffentlich nach dem 29. September.

 

FRAGE 20: Ganztagsbetreuung in Volksschulen

 Werden Sie Kindern aus ökonomisch und sozial benachteiligten Familien eine kostenlose ganztägige Betreuung in der Volksschule garantieren?

 ☐ JA, wobei es generell und nicht nur für sozial benachteiligte Familien eine kostenlose ganztägige Betreuung in der Volkschule Stichwort verschränkte Ganztagsschule geben soll.

 

 

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