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Rezension: Mikkelsen - Die Frauen der Diktatoren

Sveinung Mikkelsen: Die Frauen der Diktatoren

Aus dem Norwegischen von Daniela Stilzebach

Hardcover, 352 Seiten

FinanzBuch Verlag 2018

ISBN: 978-3-95972-115-8

€ 24,99

 

Der Autor, Sveinung Mikkelsen, 1982 geb., der sich dieses Themas annimmt, ist Schriftsteller und TV-Journalist. Nach einigen Romanen legt er nun sein erstes Sachbuch vor.

 

Im Vorwort, geschrieben von Professor Øystein Sørensen, steht, dass es DIE Frau nicht gibt. Manche waren Ehefrauen andere Geliebte, manche wollten selbst Macht ausüben, andere nicht und manche wurden in die Welt der Macht gegen ihren Willen hineingezogen, waren Neid und Gerüchten ausgesetzt. Doch was ihnen allen gemein war: „Alle waren sie Frauen in einer von Männern dominierten Welt.“

 

Welches Ziel verfolgt der Autor? Unterhaltung und Wahrheit verbinden. Offizielle Darstellungen der Diktatoren sind von Propagandaabsichten geprägt. Es gibt auffallend viele Beispiele für Missbrauch von Frauen im Privatbereich. Bisher ist alles korrekt und sachlich.

 

Doch nach diesem Satz: „Es gibt jene Frauen, die man wenig ehrerbietig als Luxustiere bezeichnen kann, die anscheinend primär auf Luxus, Ehre und Aufmerksamkeit aus waren.“ muss jede*r Leser*in innehalten und sich fragen, warum der Autor, der Verlag einen Mann zu Worte kommen lässt, der sexistisch denkt und formuliert?!

 

Das Inhaltsverzeichnis beginnt mit dem ersten (von fünf Teilen): „Sieg Heil“ und den drei Kapiteln: Der Pantoffelheld Benito Mussolini. Des Führers dumme Blondine Adolf Hitler. Perlen für das Faschistenschwein Francisco Franco.

 

Ehe ich endgültig dieses Buch aus der Hand legen, lese ich den Beginn. Er handelt von Mussolini, nicht von Rachele oder Claretta. Das Kapitel: Des Führers dumme Blondine beginnt mit dem Satz: „Gibt es irgendeine historische Person mit einem geringeren Ansehen als Eva Braun?“ Mir fallen viele Männer ein! Und den Autor reihe ich nun unter jene ein, die ich ganz sicher nicht empfehle!

 

Ilse Seifried

1. Juni 2019

 

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