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Brief an Rauskalla: "Ihre Aussage ist verstörend. Ist Lehrer-Bashing eine persönliche Angelegenheit?"

"Das ist ganz alleine Ihr Problem!" Bild von balik auf pixabay
"Das ist ganz alleine Ihr Problem!" Bild von balik auf pixabay
Sehr geehrte Frau Bundesministerin Rauskala,

 

 

ich bin Lehrer an der Musikmittelschule Freistadt und Vorsitzender der ÖLI-UG der Pflichtschullehrer in Oberösterreich.

 

Nicht nur an meiner Schule, sondern in den allermeisten Kollegien der Schulen österreichweit ist die neue Lehrer-App ein Thema. Es gibt die Befürchtung, dass es zu einem erneuten Lehrpersonen-Bashing kommen wird.

 

 

Zwar verstehe ich Ihre abwartende Haltung der App gegenüber - zuerst einmal sehen, was die App eigentlich kann bzw macht und dann darauf reagieren. Ob diese Vorgangsweise die richtige ist, darüber lässt sich streiten.

 

 

Aber es verstört mich Ihre Aussage, dass Sie "nicht die persönlichen Interessen von PädagogInnen" vertreten.

 

 

Nun, hier geht es nicht um persönliche Interessen. Abgesehen davon, dass es sehr wohl Ihre Aufgabe ist, dass die physische und psychische Gesundheit am Arbeitsplatz erhalten bleibt, werden die Lehrpersonen in der App nicht persönlich bewertet.

 

Persönlich wäre die Farbe meiner Haare, ob mein Auto geputzt ist oder ich nett zu meinem Hund bin.

 

Und nein, auch die Gewerkschaft ist nicht für meine persönlichen Interessen zuständig. Die Personalvertretung auch nicht.

 

 

Die Bewertungen, um die es hier gehen wird, betreffen die Arbeit, die wir Pädagoginnen und Pädagogen für Sie als unsere Vorgesetzte leisten. Und diese Arbeit ist keineswegs persönlich. Sie werden wohl nicht unseren Unterricht als persönliche Angelegenheit behandeln wollen?

 

 

Ihre Aussagen gegenüber den Medien lässt mich vermuten, dass Sie sich nicht wirklich mit der Arbeit Ihrer Lehrer und Lehrerinnen identifizieren. Auf diese Weise kann man sich leicht raushalten. Sie sind für Gesetze zuständig. Aber Ihrer Ansicht nach nicht für den Unterricht ihrer über 120 000 Lehrpersonen.

 

Es stimmt mich traurig, wenn ich merke, dass sich meine oberste Vorgesetzte nicht für unsere Arbeit zuständig fühlt.

 

 

Ich bitte Sie, das richtig zu stellen.

 

 

Freundliche, jedoch leicht enttäuschte Grüße aus Freistadt,

 

 

Peter Novak

 

 

 

Ergeht auch an die MandatarInnen der ÖLI-UG
Bildnachweis: Bild von balik auf Pixabay

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