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PISA-Studie 2018: Österreich insgesamt im Mittelfeld, mit rückläufigem Trend in den Naturwissenschaften

Bild von Oberholster Venita auf pixabay.com
Bild von Oberholster Venita auf pixabay.com

Mehr als 600.000 Schüler*innen aus rund 80 Ländern stellten sich dem PISA-Test 2018. Die 7800 Teilnehmer*innen aus Österreich blieben mit ihren Ergebnissen im Mittelfeld.

 

Noch, denn der Gesamttrend weist seit Anfang der 2000er-Jahre nach unten. Noch bewegen sich die Werte Mathematik und Naturwissenschaft über jenen des OECD-Schnitts. Die Lesefähigkeiten konnten den OECD-Durchschnitt seit Anfang der PISA-Tests nicht überschreiten.

 

Vergleichsstatistiken Österreich mit OECD-Schnitt

 

Wenn man so will, dann folgen die österreichischen Ergebnisse dem OECD-Trend, der parallel dazu mit einigen Ausreißern nach unten strebt. Der Abstand zu den Spitzenreitern (vier chinesische Provinzen, Singapur, Estland und Finnland) bleibt groß.

 

Weiterhin Korrelation der Leistung mit sozialer Herkunft, doch Armut muss kein Schicksal sein.

Nach wie vor zeigt sich eine deutliche Verbindung von Leistung und sozialer Herkunft in Österreich. Die Alpenrepublik steht damit aber nicht allein da. Dieser Befund trifft auf alle PISA-Teilnehmer-Länder zu. Dass es hier aber durchaus individuelle Unterschiede gibt, zeigen zehn Prozent der sozial benachteiligten Schüler*nnen aus Österreich, die landesweit zu den besten 25 Prozent beim Leseverständnis zählen.

 

Die soziale Herkunft beeinflusst den Bildungsweg in Deutschland und Österreich nach wie vor gewaltig. 50 Prozent der sozial benachteiligten Schüler*innen streben keine tertiäre Karriere an. Unter den sozial bessergestellten sind es nur 20 Prozent.

Bild: OECD. Veränderungen PST
Bild: OECD. Veränderungen PST

Unterschätzung der Leistungsfähigkeit aber wenig Resignation

Einen gewichtigen Faktor für die persönliche Bildungsentwicklung scheint die Eigenwahrnehmung der Schüler*innen aus sozioökonomisch schwierigen Verhältnissenzu spielen. Die meisten strebten keine tertiäre Bildung an, auch wenn sie sehr gute Leistungen zeigten. Dieses Phänomen zeigte sich auch bei sozial besser gestellten Schüler*innen, wenn auch nicht so gravierend.

 

Dennoch zeigen die Untersuchungen eine durchwegs optimistische Einstellung zu Möglichkeiten der eigenen Weiterentwicklung. 72 Prozent - und damit mehr als der OECD-Duchschnitt mit 62 Prozent - verneinten die Aussage,

dass man an der eigenen Intelligenz nichts ändern könnte. Sie sehen Bildung und Leistungsentwicklung als einen dynamischen Prozess an.

 

Kooperation zwischen Mitschülerinnen und Mitschülern gut

76 Prozent der Teilnehmenden in Österreich bestätigten eine gegenseitige  Kooperation im Vergleich zu nur 62 Prozent im OECD-Durchschnitt.

 

Geschlechterunterschied in Bezug auf einzelne Fächer fast unverändert
Schüler zeigten bessere Leistungen in Mathematik, Schülerinnen beim Leseverständnis. Nur in den  Naturwissenschaften gab es keine nach Geschlechtern unterschiedliche Leistungen.

Die PISA-Studie 2018 war mit rund 600.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 79 Ländern und Regionen die bisher größte PISA-Studie. In Österreich absolvierten 6.802 Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren aus 293 Schulen den Test.

 

PST

Quelle: OECD

Download der PISA-Studie

Vergleichsstatistiken Österreich mit OECD-Schnitt

Bildquelle:  Oberholster Venita  auf Pixabay


Die wichtigsten Gesamtergebnisse der PISA-Studie nach Einschätzung der Autori*innen. Originalzitat aus der OECD-Library https://read.oecd-ilibrary.org/education/pisa-2018-ergebnisse-band-i_1da50379-de#page65

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