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lernsieg.app: Wie man sich gegen unfaire Bewertungen wehren kann

Bild: PSt
Bild: PSt

„Lernsieg“-Bewertungs-App: Neustart mit alten Problemen.

Wie man sich gegen unfaire Bewertungen wehren kann!

 

Die „Lernsieg-App“ hat nichts mit Feedback zu tun, sondern ist ein kommerzielles Unternehmen, das mit Populismus Gewinn machen will. Die Daten der Lehrer*innen werden genutzt wie Rohmaterial in der Industrie. In unseren Augen ein Raubbau an der Kredibilität der Kolleg*innen und der Schule.

 

Die Bewertungen können die Tatbestände der üblen Nachrede und der Kreditschädigung darstellen (§ 111 und § 152 StGB), wenn diese ungerechtfertigterweise erfolgen. Gegen diese kann mit einer Anzeige und einer Privatklage vorgegangen werden.

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Folgende Vorgangsweise bietet sich betroffenen Kolleg*innen an:

 

Melden Sie dem Betreiber von lernsieg.app, dass die Veröffentlichung Ihrer Bewertung die Tatbestände der üblen Nachrede und der Kreditschädigung erfüllen (§ 111 und § 152 StGB)

 

Verlangen Sie die Löschung aller Ihrer Daten unmittelbar nach Kenntniserlangung Ihres Anbringens. Schicken Sie Ihr Anbringen per E-Mail an app@lernsieg.at

 

Kommt der Betreiber von lernsieg.app diesem Verlangen nicht nach, weisen Sie ihn darauf hin, dass er sich der Mittäterschaft dieser Tatbestände schuldig macht, weil er die Plattform für das Erstellen und die Verbreitung nicht nachprüfbarer Bewertungen bereitstellt.

 

Bringen Sie Anzeige gem. § 111 und § 152 StGB schriftlich bei Gericht oder Staatsanwaltschaft ein. Machen Sie darauf aufmerksam, dass die falsche Tatsachen­behauptung die gewissenhafte Ausübung Ihres Dienstes als Lehrperson betrifft.

 

Zivilrechtlich kann bei Kreditschädigung Widerruf und Unterlassung dieser Äußerungen nach § 1330 ABGB verlangt werden.

 

Unsere Vertreter*innen der ÖLI-UG helfen dabei gerne.

 

"Lernsieg" ist ein stinknormales Kommerz-Start-up. Private Geldgeber investieren in dieses Unterfangen, weil es profitable Zielgruppenwerbemöglichkeiten verspricht. Zudem werden wohl auch Daten der Nutzer abgegriffen. Mit Feedback, mit Kultur oder gar mit der Verbesserung der Beziehungskultur in der Schule hat diese von Medien gepushte App nichts zu tun.

 

Wir dürfen erwarten, dass sich schulfremde Unternehmen, die versuchen, sich in schulische Angelegenheiten einzumischen, an (gesetzliche) Regeln halten. Und da haben wir bei der „Lernsieg“- App unsere berechtigten Zweifel. Wie kommt ein Unternehmen dazu, sich personenbezogene Daten von 90.000 Lehrer*innen von Webseiten zu greifen um damit ein Geschäft zu machen? Was geschieht mit den gesammelten Daten der Nutzer*innen?

 

Die App wird auch von IT-Security-Unternehmen sehr kritisch gesehen, laut „SEC-Research“ gibt es Sicherheitslücken. Laut deren Analyse sei das bei dieser App „eingesetzte SMS-Authentifizierungs­verfahren mit relativ wenig Aufwand zu umgehen“. Die Betreiber haben schon angekündigt, dass sie wieder nachjustieren wollen bzw. müssen.

 

Mit dieser App können Lehrer*innen von jeder x-beliebigen Person bewertet werden. Welche zweifelhaften Folgen sich daraus ergeben können, wissen wir schon lange. Cyber-Mobbing, Bashing und Shitstorms machen vor den Schultoren nicht halt.

 

Für die ÖLI-UG

Vorsitzende Barbara Gessmann-Wetzinger, wetzinger@oeli-ug.at, www.oeliug.at

Bundeskoordinator Josef Gary Fuchsbauer, fuchsbauer@oeli-ug.at, 0680 2124358

 

Download dieser Aussendung unter http://archiv.oeli-ug.at/OeLI-UG.zu-Lernsieg-App.pdf

 

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