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Kreidekreis im Mai, eine "Zwickeltag"-Aussendung und eine Flut von Zustimmungen zu unserem Protest

Gleich vorab: Wir sind eigentlich eh brav und unterrichten gern. Wir sind opferbereit und haben die letzten sieben Wochen mit selbst bezahltem Equipment täglich rund 10 - 12 Stunden Distance-learning betrieben. Aber: Ein so eklatantes Übergehen von Bundesrecht wie in der Frage der "Zwickeltage" können wir nicht hinnehmen.

 

Unser Protest fängt an, wo Unrecht zu Recht und Unsinn zur Realität zu werden droht. 

 

Wenn das die "Neue Normalität" ist, na dann gute Nacht Österreich.

 

Wie viele in der Gesellschaft und in der Opposition kritisieren wir, dass die türkis-grüne Regierung auch in Bereichen, wo es nicht (mehr) notwendig ist, sich über Recht, Gesetz, Parlament und Sozialpartnerschaft hinwegsetzt. Zurück bleibt Chaos und sich widersprechende Anweisungen. Ist das die "neue Normalität"?

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Der Kreidekreis Mai 2020
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ÖLI-Brief an BM Faßmann zu Zwickeltagen
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Kommentare: 6
  • #1

    Eva (Donnerstag, 07 Mai 2020 10:48)

    10 bis 12 Stunden Distance Learning pro Tag �
    Würde mich interessieren in welcher Schule. Das kenne ich in meinem Umfeld kein einziges Mal.

  • #2

    Barbara Gessmann-Wetzinger (Donnerstag, 07 Mai 2020 13:19)

    Echt Eva?
    10 - 12 Stunden Distance Learning heißt ja nicht 10 -12 Stunden Videokonferenz mit meinen SchülerInnen sondern auch viel Anderes.
    Bis ein selbst gedrehtes Video für SchülerInnen "im Kasten" ist dauert es. Differenziertes digitales Übungs- und Lermaterial für meine Kinder zu erstellen ist deutlich aufwändiger als das, was ich ansonsten brauche.
    Das Erlernen von neuen Tools, die im Distance Learning hillfreich sind schlägt auch zeitlich zu Buche - das macht Spaß, wie alles was ich vorher erwähnte - Arbeitszeit ist es allemal.
    Ich brauche neue Ansätze. Das was im Unterricht in der Klasse so leicht von der Hand geht, funktioniert einfach nicht. Spannend darüber nachzudenken/nachzulesen und es umzusetzen, keine Frage - Arbeitzeit ist es trotzdem.
    Die Kommunikation mit den Kindern scheint mir derzeit das Aufwändigste zu sein. Ich darf ganz persönliches Feedback geben, auf die Sprünge helfen, Motivationsarbeit leisten, anstupsen, nachfragen wie es dem Kind persönlich geht und fachliches voranbringen. Die Antworten sind entsprechend, mehrfache Mailwechsel pro Kind und Tag stehen an der Tagesordnung. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Emails pro Trag geschrieben, wie derzeit. Ich genieße diesen besonderen Draht zu den Kindern. Auf die Uhr schauen? Nein, wozu? Allein der Gedanke daran bringt mich keinen Schritt weiter. Da denke ich lieber darüber nach, was ich mit den Kindern als nächstes Thema anpacke und welche Türen ich mir dafür auftun kann - oder daran, wie ich der traurigen Tamara weiterhelfen kann.
    Nichts für ungut Eva, schau bitte noch einmal die Runde.
    Ich bin Teilzeitlerin. Wenn ich auf meine KollegInnen schaue, die 100 Kinder oder mehr betreuen und nicht nur 50 wie ich frag ich mich oft, wie sich das ausgeht - da reichen die 10-12 Stunden sicher nicht, grad wenn es um Klassenvorstände geht, die in meinem Umfeld auch noch jede Woche mit fast allen Eltern telefonieren, weils für die Kinder wichtig ist.

  • #3

    Gaby Atteneder (Donnerstag, 07 Mai 2020 13:30)

    Beim Distance Learning vermutlich nicht, aber beim Distance Teaching kann es schon zu langen Tagen kommen - nicht durchgehend- aber doch oft. In meinem Fall hab ich an die 100 SchülerInnen einzeln zu betreuen, Arbeiten zu korrigieren, manche Arbeiten ( Nawi-Recherche, mehrer Seiten) müssen 4x hin und her geschickt werden und nachrecherchiert werden, Entwürfe sind zu kommentieren und Vorschläge zum Weiterarbeiten zu machen, den einzelnen "Abtauchern" ist nachzugehen, ihnen zuzureden, sie motivieren und die Krankmeldungen von 6 Klassen sind abzuarbeiten. Dabei gibt es KollegInnen, die haben 20 Klassen- bei einstündigen BE-Fächern z.B. Sie müssen jeder eingesandten Arbeit zumindest einen Kommentar liefern- für 300 SchülerInnen und mehr. Und da ist noch keine Stunde vorbereitet, keine Aufgabenstellung so zusammen gestellt, dass man sie online geben kann..... und das Tagesgeschäft mit Austausch mit Eltern und KollegInnen ist da auch noch nicht erledigt. Also so aus der Welt sind die 10-12h im meinem Alltag nicht.

  • #4

    Eva (Donnerstag, 07 Mai 2020 21:23)

    Es gibt sicher Ausnahmen. Aber ich rede hauptsächlich von Volksschulen, da sind schon mal deutlich weniger Schüler pro Lehrerin. Und das Distance Learning bei uns sieht so aus:

    1x pro Woche gibt's Wochenplan in dem steht welche Buchseiten und eventuell Arbeitsblätter gemacht werden sollen. Abgegeben wird wenn wieder offiziell Schule ist. Aus!

    Und das ist nicht nur bei uns so. Video von der Lehrerin, Fehlanzeige, kreative neue Strategien ebenso.

    Also wohl doch eher überschaubar....

    Aber ja, es gibt sicher Ausnahmen, in unserem Umfeld genau 2 von 15. Die sagen aber auch, dass sie nie auf mehr wie 8 Stunden kommen.

  • #5

    Christian Schwaiger (Donnerstag, 07 Mai 2020 21:51)

    Liebe Eva,
    ich war Administrator an einer AHS (seit Oktober in Pension), aber ich hab noch Mail-Kontakt mit meinen ehemaligen Kolleg_innen und weiß, dass viele - je nach Fach - oft mehr als 10-Stunden-Tage hatten, zb schrieb mir einer, dass er manchmal am Tag hundert Mails beantwortet. Eine davon schrieb ein seitenlanges Tagebuch, wenn du es lesen möchtest, schicke ich es dir (vorausgesetzt, sie gibt mir dann die Zustimmung), gerne zu:
    c.schwaiger@drei.at
    liebe Grüße
    Christian

  • #6

    Lucia (Donnerstag, 07 Mai 2020 22:02)

    Liebe Eva, ich bin Lehrerin in einer 1. Kl. VS.
    Videos mit Erklärungen bekommen die Kinder täglich ins Netz gestellt, die erledigten Aufgaben erhalte ich als Fotos per Mail. Videokonferenzen halten wir auch ab.
    Ich jammere nicht, ärgere mich aber über die ewigen Pauschalierungen.