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Wo bleibt der Schutz von Sonderpädagog*innen vor einer CoV-Infektion? - Offener Brief der ÖLI-UG.

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Österreichische Lehrer*innen Initiative – Unabhängige Gewerkschafter*innen für mehr Demokratie

ÖLI-UG macht Schule!

 

Sehr geehrter Herr Bildungsminister!

Sehr geehrte Landeshauptleute!

Sehr geehrte Bildungsverantwortliche!

 

25.10.2020

 

Betrifft: Wo bleibt der Schutz von Sonderpädagog*innen vor einer CoV-Infektion?

(Download des offenen Briefes, Bitte klicken!)

 

Liebe Bildungsverantwortliche,

 

als unabhängige Lehrer*innenvertretung verstehen wir zwar die Problematik, dass gerade Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf nicht alleingelassen werden dürfen, sind aber sehr besorgt über die Gefahren, denen die betroffenen Lehrpersonen ausgesetzt sind.

 

Wir sind extrem besorgt, dass für Sonderschullehrer*innen bei jeder Ampelphase - auch bei Rot - Präsenzunterricht geplant ist. Gerade diese Berufsgruppe ist besonders gefährdet!

 

Sie sind die Einzigen, deren Schüler*innen grundsätzlich von der Maskenpflicht befreit sind, sie sind die Einzigen, deren Schüler*innen sehr oft keine Abstandsregeln einhalten können, sie sind die Einzigen, bei denen Schule ohne Körperkontakt meist nicht funktioniert, sie sind auch die Einzigen, die von Schichtbetrieb und Distance learning ausgenommen sind, und sie kriegen nicht einmal FFP2 Masken.

 

Die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen handeln aufgrund ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen oft impulsgesteuert. Viele von ihnen kratzen, beißen, spucken oder haben ihre Körperfunktionen nicht unter Kontrolle. Wenn es um Gesundheit und Ansteckungsrisiko geht, dürfen sonderpädagogische Einrichtungen nicht als einzige Bildungseinrichtungen ständig „normalen Präsenzunterricht“ halten.

Während des Lockdowns im Frühjahr haben tausende Sonderpädagog*innen und ihre Schüler*innen bereits bewiesen, dass erfolgreiches Distance Learning keine Frage des Schultyps ist!

 

  • Wir fordern das Recht auf FFP2 Masken für alle Lehrerinnen und Lehrer, deren Schüler*innen Coronaregeln nicht einhalten können.
  • Wir fordern zusätzliches Personal, sodass zumindest während der CoVid19 Krise die Gruppen wesentlich verkleinert werden können.
  • Wir fordern, Schulaufsicht und -verwaltung und die Politik auf, die schwierige Situation der Sonderpädagog*innen und aller Lehrerinnen und Lehrer von Kindern, denen das Einhalten von Abstand nicht zugemutet werden kann, zu sehen und Lösungen zu finden, die die Gesundheit der Betroffenen gewährleistet.

 

Für die ÖLI-UG

 

Barbara Gessmann-Wetzinger, Tirol, ÖLI-Vorsitzende, Mitglied in ZA-APS und Bundesleitung APS-Gewerkschaft

 

Ursula Göltl, Wien, Mitglied in ZA-AHS und Bundesleitung AHS-Gewerkschaft

 

Josef Gary Fuchsbauer, BMHS, OÖ, Mitglied im GÖD-Vorstand, stv. Vors. in ZA- und Bundesleitung BMHS

 

Andreas Berghold, Berufsschule, Steiermark, Mitglied in ZA-BS

 

Renate Brunnbauer, Mittelschule OÖ, Mitglied in ZA-APS und Bundesleitung APS-Gewerkschaft

 

Gabriele Bogdan, Mittelschule Wien, Mitglied im ZA-APS

 

Sylvia Ochmann, stv.Vorsitzende in DA und GBA allgemeine Sonderpädagogik Wien

 

Claudia Astner, Vors. d. fachspez. sonderpädagogischen DAs in Wien, Mitglied Bundesleitung APS-Gewerkschaft

 

Rückfragen: c.astner@apflug.at, 0650 24 68 105

 

a@oeli-ug.at

Download des offenen Briefes http://archiv.oeli-ug.at/Schreiben_CoVundSonderpaedagogik.pdf

 


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Kommentare: 1
  • #1

    Liana Brugger (Dienstag, 27 Oktober 2020 15:42)

    Ich danke euch für die längst fälligen Forderungen. Trotzdem möchte ich auch auf viele VolksschullehrerInnen verweisen, die wie ich 23 Kinder der ersten Klasse auf 65 m² unterrichten. Gerade die Kleinen halten weder Abstand noch sind sie in der Lage, hygienische Standards einzuhalten. Von den Aerosolen in der Klasse red ich gar nicht. Masken werden wochenlang ohne sie zu waschen getragen und starren vor Schmutz. Die Gesundheit der Lehrerinnen zählt nicht. Im Konferenzzimmer befinden sich meist 20 Leute und gelüftet wird nicht, da es "zu kalt" ist. Auf Vorerkrankungen wird mit "du darfst nicht fehlen" oder"jeder hat irgendwas" reagiert. Eine unerträgliche Belastung. Meine zugewiesene ffp2 Maske habe ich bis heute nicht erhalten.