Sozial ungerecht, Förderung der Unselbstständigkeit - Corona zeigt die Schwachstellen unseres Schulsystems.

Bild: Normaler Schulalltag: Lernen im gleichen Takt statt Entwicklung von Selbstständigkeit.
Bild: Normaler Schulalltag: Lernen im gleichen Takt statt Entwicklung von Selbstständigkeit.

"Noch nie wurden Schwachstellen so deutlich aufgezeigt. Dieses System, an dem wir seit vielen Jahrzehnten festhalten, ist nicht krisentauglich. Es unterstützt nur jene, die bildungsnahe Eltern, genügend finanzielle Ressourcen haben, und die anpassungsfähig sind.

 

Kein Platz in diesem System ist für Kinder und Jugendliche aus prekären Verhältnissen, für Systemsprenger und solche aus bildungsfernen Elternhäusern. Denen legt das System Schule jede Menge Steine in den Weg. Sie müssen ständig um Dinge bitten, die selbstverständlich sein sollten: Bitte, ich brauche einen Laptop! Bitte, ich brauche Unterstützung! Bitte, ich brauche Aufmerksamkeit! Bitte, ich brauche Betreuung!"

 

Das ist das Fazit einer 58jährige NMS-Lehrerin in der Tageszeitung "der Standard" nach ihrem freiwilligen Einsatz als Betreuungslehrerin im Lockdown. Ihre Erfahrungen sind positiv, weil die Schüler*innen in der Betreuung endlich jene Zuwendung bekommen, die sie brauchen und dankbar annehmen, um motivierende Lernerfolge zu haben.

 

Drei Lehrer*innen, zehn Schüler*innen, unterschiedliche Lernstoffe und vor allem individuelle Zuwendung. Eine Situation, die die Kinder nicht im normalen Schulalltag vorfinden. Da kommen auf eine/einen Lehrerin/Lehrer 25 und mehr Kinder. Selbstständiges, individuelles Lernen, Freude am Erfolg und Selbstbewusstsein werden unter diesen Umständen nicht gefördert und gestärkt.

 

Wer den Erfahrungsbericht im Detail lesen will, folge diesem Link: https://www.derstandard.at/story/2000122632137/warum-corona-das-schulsystem-an-die-wand-faehrt

 

Bildnachweis: Bild von PSt unter Verwendung eines Sujets von PublicDomainPictures auf Pixabay


Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    Babsi (Montag, 04 Januar 2021 13:52)

    Wir hätten bitte gerne jemand anderen als Bildungsminister. Diese Hilflosigkeit ist nicht mehr mit an zu sehen. LG und danke für eure Mühe

  • #2

    Gary (Montag, 04 Januar 2021 14:11)

    Leider faellt es nicht in unsere Zustaendigkeit, wer Bildungsminister ist. WIr können uns nur bemühen, BM Faßmann mit sinnvollen Infomationen zu versorgen.

  • #3

    Dagi (Dienstag, 05 Januar 2021 15:29)

    3 Lehrer auf 10 Schüler.... Ist doch positiv. In unserer NMS leider keine Lernunterstützung, nur Beaufsichtigung.
    Oder Volksschulen, welche trotz Lock down fix geöffnet haben... Irgendwie/ Irgendwo dürften Lücken sein...

  • #4

    Ruth (Mittwoch, 06 Januar 2021 11:37)

    Ihr plagt Euch echt so sehr.
    Leider scheint alles an der Regierung 'vorbei zu schwimmen' - Schule scheint ein Ort zu sein, um den das Virus einen großen Bogen macht...Es muss jetzt endlich mal was geschehen. Die Lehrer machen-wie immer-alles mit, egal was zu tun ist, Fernunterricht, Gruppenunterricht, Betreuung, Förderung, Videokonferenzen, etc. Keiner beklagt sich, es wird einfach gemacht....Mit oder ohne Maske, mit oder ohne Schutz,...Wann wird sich die Regierung endlich ernsthaft damit befassen!!!???
    Bitte,bleibt dran!!!