ÖLI-UG zu Schulöffnungen: Grob fahrlässig, nächster Lockdown vorprogrammiert!

Schulöffnungen: Ja, aber nicht so, Herr Minister! Wir brauchen Mindestabstände, wirklichen Schichtbetrieb und eine Weiterführung der Gurgelstudie!

 

Sehr geehrter Herr Minister, sehr geehrter Herr Generalsekretär!

 

Die Unabhängige Lehrerinnen- und Lehrervertretung ÖLI-UG steht hinter den vorsichtigen Schulöffnungen, lehnt aber die Begleitumstände drum herum ab: Faßmann spricht medial von Wechselunterricht, ermöglicht aber Betreuung in den Unterstufen und Unterricht in ganzer Klassenstärke in den Oberstufen. Und tut weiterhin so, als würde das Coronavirus Volks- und Sonderschulen nicht kennen. Auf Mindestabstände wird also wieder verzichtet. Er setzt dafür auf ein nicht taugliches Testkonzept: Die „Nasenbohrtest“ erkennen nicht einmal jede zweite Infektion und die international beachtete Schul-„Gurgelstudie“, die einen Aufschluss über das reale Infektionsgeschehen an den Schulen gibt, wird bis Ostern ausgesetzt. Das ist grob fahrlässig und führt geradezu wieder zu Schulschließungen.

 

Wir wollen Schule, aber mit Verstand!

Deshalb fordert die Unabhängige Lehrerinnen- und Lehrervertretung ÖLI-UG von BM Faßmann, sich gegenüber seinen Direktorinnen und Direktoren durchzusetzen und vorzuschreiben, Mindestabstände auch in den Klassenräumen einzuhalten. Das geht, aber nur durch Halbierung der Klassen. Der Wechselunterricht, wie ihn AHS- und BMHS-Direktor*innen medial angekündigt haben, in ganzer Klassenstärke ist kein Beitrag zur Pandemiebekämpfung. Da das Ansteckungsrisiko in Innenräumen um ein Vielfaches erhöht ist, müssen volle Klassenräume ausgedünnt werden, sagt der Hausverstand.

 

Sichere Schule nur mit verlässlichen Infektionsdaten durch die "Gurgelstudie"

Die Unabhängige Lehrerinnen- und Lehrervertretung versteht auch nicht, warum die Schul-„Gurgelstudie“ jetzt unterbrochen wird und fordert die Weiterführung dieser Großstudie durch das Team rund um Prof. Michael Wagner (Uni Wien). Die ÖLI-UG schließt sich dabei dem Virologen der Berliner Charité, Prof. Christian Drosten, an, der dies auch in seinem jüngsten Podcast [1] verlangt.

 

Wenn man sicheren Unterricht haben will, dann muss man die Prävalenzentwicklung an den Schulen auch nach dem Lockdown verfolgen. Gerade dieses repräsentative Studiendesign ermöglicht, dass die Wirksamkeit der „Nasenbohrtests“ und der anderen schulischen Schutzmaßnahmen (z.B. das Maskentragen) bis Ostern überprüft werden kann.

 

Es muss doch auch dem Bildungsminister zu denken geben, wenn die AGES bei den „Nasenbohrtest“ von einer Sensitivität von gerade einmal 40 Prozent spricht [2], was bedeutet, dass also nicht einmal jede zweite Infektion erkannt wird. Bei Kindern, die meist asymptomatisch sind, wird man bei der neuen Variante wohl sogar noch deutlich drunter liegen. Sicher ist was anderes.

 

Die ÖLI-UG befürwortet zwar die Nasenbohrtests als Public-Health-Maßnahme. Aber _nur_ mit diesen Tests, also ohne Weiterführung der Schul-„Gurgelstudie“ und „echter“ Halbierung der Klassen, riskiert Bildungsminister Faßmann grob fahrlässig die Zukunft der Kinder, weil sich das Virus an den Schulen unentdeckt ausbreiten wird können und sie dann erst recht wieder geschlossen werden müssen.

 

Ursula Göltl (AHS, goeltl@oeli-ug.at),

Hannes Grünbichler (BMHS, gruenbichler@oeli-ug.at),

Barbara Gessmann-Wetzinger (APS, wetzinger@oeli-ug.at, ÖLI-Vorsitzende),

Josef Gary Fuchsbauer (ÖLI-UG-Bundeskoordinator, GÖD-Vorstandsmitglied, fuchsbauer@oeli-ug.at)

 

Rückfragen: Ursula Göltl 0676 48-91-161

Gary Fuchsbauer 0680 21-24-358

Hannes Grünbichler 0650 92-54-988

 

PRESSEREAKTIONEN:


KLEINE ZEITUNG: Schulöffnung: Lehrervertretung kritisiert Faßmanns Pläne als "grob fahrlässig"
HEUTE: Scharfe Kritik an Coronaregeln für Schulen


Zur Sicherheit von Antigen-Schnelltests:

ORF.at: Antigen-Schnelltests an Schulen nur "grobes Sicherheitsnetz"

Antigen-Schnelltests an Schulen nur "grobes Sicherheitsnetz"
Antigen-Schnelltests an Schulen nur "grobes Sicherheitsnetz"

SCIENCE.APA.at
KRONENZEITUNG

VIENNA.at

TEILERFOLG:

standard.at Die Gurgelstudie in Schulen kann nun doch früher fortgesetzt werden.


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Kommentare: 8
  • #1

    Karl (Donnerstag, 04 Februar 2021 21:05)

    Manchmal frage ich mich, ob Herr BMI Fassmann noch ganz bei Sinnen ist. Bei Testung Milde walten lassen. �.

  • #2

    MF (Donnerstag, 04 Februar 2021 22:12)

    Ich glaube, das beantwortet sich mittlerweile von selbst, leider, wenn jemand bei einer Nichterkennungsrate bei diesen Tests von 60% von Sicherheit spricht. Eigentlich ist das schon keine Fahrlässigkeit mehr, das ist schon fast vorsätzliche Gemeingefährdung. Aber das ist ja in der Fassmannschen Rhetorik eh nur ein Teil des Sicherheitsnetzes aus Abstand und Masken... aber halt wo war in den VS Klassen nochmal der Abstand....??? Ah ja , geht ja nicht wenn alle da sind...Aber zum Glück gibt es ja noch den MNS....Ach so ja, die müssen ja am Platz auch nicht getragen werden....ja mei, man muss ja bei der Gesundheit jetzt wirklich nicht päpstlicher als der Papst sein...
    Uu muss man das künftig auch in der Notengebung bedenken "Herr Lehrer, ich weiß gar nicht was sie haben, ich habe 40% richtig, beim Fessa Fassmann wäre das ein glattes sehr gut" ...OT sorry , die Ironie der Verzweiflung und Bestürzung

  • #3

    Maria (Freitag, 05 Februar 2021 06:15)

    Man kann nicht bis zu 10 Stunden am Tag durch die Maske unterrichten! Zur Atemnot kommt noch, dass man viel schlechter verstanden wird.
    Kein Politiker hat im Fernsehinterview, bei einer Pressekonferenz oder bei einer Parlamentsrede eine Maske auf!

  • #4

    Mario (Freitag, 05 Februar 2021 06:31)

    Die Masken-Pausen liegen laut BMBWF-Verordnung in den Schulpausen.
    Im Konferenzzimmer, bei der Gangaufsicht und beim Wechseln zwischen den Unterrichtsräumen wird das vermutlich zu "leichten Konflikten" mit der der allgemeinen Masken-Pflicht im Gebäude führen.
    Und die im Arbeitnehmerschutz vorgesehenen 30 Pausenminuten nach jeweils 75 Trageminuten werden die Unterrichtsstunden auch ziemlich anknabbern...

  • #5

    Sabine (Samstag, 06 Februar 2021 10:29)

    Uns ist aufgefallen, dass die Masken, die wir in der Schule bekommen, relativ klein und eng sind. Die meines Mannes in der Firma sind größer, gepolstert und aus besserem Material. Ich benutze jetzt diese und die Kopfschmerzen und Verspannungen sind besser geworden. Wir müssen das Ding ja ununterbrochen 5 Stunden tragen, reden und damit atmen. Nicht einfach.

  • #6

    Sabine (Sonntag, 07 Februar 2021 10:07)

    Die oben angegebenen Seiten zum Nachschlagen funktionieren alle nicht.

  • #7

    Gary (Sonntag, 07 Februar 2021 10:43)

    Danke fuer den Hinweis. Bei mir haben nur 2 nicht funktioniert, die hab ich nun aktualisiert und es sollten alle Links zu öffnen sein - zumindest hat's jetzt bei allen geklappt.

  • #8

    HS (Dienstag, 09 Februar 2021 05:59)

    Nasenbohrtest, SuS nehmen die Masken ab, der Lehrer steht davor und muss die Flüssigkeit auf die Tests aufbringen. Wo bleibt derSchutz für Lehrer?

    FFP 2 Masken ab der OST. .. die SuS sind in der 8. Schulstufe ebenso über 14 Jahre alt. !