Warum das Tragen von FFP2-Masken in der Klasse wichtig ist!

FFP2 tragen ! Bildbearbeitung PST
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Warum ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler in den Klassen eine FFP2-Maske tragen, obwohl sie doch mit den Nasenbohrertests getestet werden?
Information durch die Steirische Lehrer*innen Initiative STELI/ÖLI-UG. Überarbeitung: Peter Steiner
Die Nasenbohrtests zeigen im besten Fall, wer unter den Schüler*innen am meisten infektiös ist. Das ist gut, aber eben als alleinige Maßnahme nicht ausreichend. Nur mit Maske kann das individuelle Infektionsrisiko in den Klassenräumen weiter verringert werden. Und Luftreiniger in den Klassen würden helfen, dieses Risko weiter abzusenken.
TU Berlin-Studie: Maskentragen senkt Ansteckungsrate drastisch
Wie sich der R-Wert (Maß der Ansteckung) in unterschiedlichen Raumsituationen entwickelt, zeigt eine neue Studie der TU Berlin. Die Ansteckungsgefahr sinkt mit FFP2-Maske und halber Klasse auf ein Viertel des Wertes von vollbesetzten Klassen im Normalbetrieb, also ohne Maske.
Bei vollbelegten Klassen ohne Maskengebrauch zeigt der R-Wert eine Ansteckungsrate von 11,5. Eine Person infiziert über die Atemluft 11,5 andere. Selbst in einer halben Klasse steckt eine Schülerin/ein Schüler 5,8 weitere an, wenn keine Maske getragen wird.  Mit FFP2-Maske bei halber Belegung  der Klasse sinkt die Gefahr auf einen R-Wert von 2,9.
Immerhin noch rund dreimal so gefährlich wie ein Kinobesuch bei 40% Saalbelegung und ohne Maske. Hier wurde ein R-Wert von 1,1 berechnet. Es kommt auf die Verweildauer im Raum an. Nicht nur die Konzentration der Viren in der Atemliuft spielt eine Rolle. Ein Kinofilm ist eben nicht so lang wie ein Unterrichtstag.
Bildnachweis: Bild von Alexandra_Koch auf Pixabay . Bearbeitung: PST

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Kommentare: 6
  • #1

    MF (Dienstag, 23 Februar 2021 06:32)

    Auch hier scheinen die Deutschen wieder mal intelligenter zu sein (haben ja auch keinen Fassmann/Netzer): in dt BL in denen Grundschulen geöffnet wurden gilt Schichtbetrieb und MNS auch für Schüler (so wie es auch die öst.Gesellschaft f. Kinderheilkunde empfohlen hat), bei uns gibt es stattdessen einen Nasenbohrertest mit 40% Trefferwahrscheinlichkeit. Die öst.Bildungspolitik ist einfach das Allerletzte

  • #2

    Babsi (Dienstag, 23 Februar 2021 06:35)

    Bei uns sitzen Schüler, die am WE bei einem Teil der Familie in Tirol waren, nur mit Nasenbohrertest ohne Maske in der Volksschulklasse. Da hilft den anderen gar nichts. Ich finde, dass diese Tests völlig sinnlos sind. Wie war das gleich mit den Mutationen?

  • #3

    MF (Dienstag, 23 Februar 2021 18:29)

    https://doi.org/10.1136/bmj.n383
    Man hat es in Israel gesehen, man weiß es aus UK und man beginnt es (leider) bei uns zu sehen: die Fälle auch bei jüngeren Kindern werden immer mehr, dort ein Kiga Cluster, hier ein Schul Cluster...und es wird weiter geflissentlich ignoriert - soviel zu " Kinder infizieren sich nicht so häufig, und sie geben das Virus nicht so häufig weiter". Sinnerfassend lesen (Hr. Dr. H.F.) kann man hierzulande wohl auch von manch angeblichem Wissenschaftler nicht erwarten

  • #4

    Hannes (Dienstag, 23 Februar 2021 18:55)

    Vielen Dank für den Link!

    Wir beobachten die Zahlen jedenfalls sehr genau und ich habe dieses Paper auch bereits aufmerksam gelesen. Bei neuen Papers bitte wieder sehr gerne schicken. Dies hilft uns bei der Analyse.

    Wir haben auch bereits einen Wochenvergleich bei den Altersgruppen in den Schulen angestellt. Daten von https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus/
    15.02.2021 bis 21.02.2021:
    Altersgruppe Fälle Inzidenz = Fälle pro 100.000
    5-14 1.278 150,8
    15-24 1.629 170,5

    In den Pflichtschulen haben wir eine Fall-Zunahme von über 50%. Dies ist bereits ein exponentielles Wachstum im Tagesschnitt. Die Zunahme ist bei den 5- bis 14-Jährigen am größten und könnte auf eine stärkere Verbreitung der britischen Virusvariante hindeuten. Die britische Mutante hat vielleicht bereits eine höhere Ansteckung zur Folge und zeigt, dass die Schutzmaßnahmen in den Unterstufen vielleicht nicht ausreichen.

    Die Gurgelstudie könnte uns jetzt zeigen, wie stark das Infektionsgeschehen wirklich ist und man könnte auch auf das Schulumfeld rückschließen. Sie ist leider bis März ausgesetzt.

    In den Oberstufen ist der Tagesanstieg derzeit 2-3% und lässt noch keine gesicherte Aussage zu. Hier könnten die Maßnahmen ausreichen.

    Auffällig ist und bleibt, dass die Nasenbohrertests deutlich weniger Infizierte finden als die AGES meldet.

    Der R-Wert für die letzte Woche liegt etwas über 1. Der R-Wert bildet Trends ab, bezieht sich dabei jedoch auf ein Infektionsgeschehen, das etwas länger zurückliegt. Wenn die neue Variante als heute dominiert wird der R-Wert bei gleichen Maßnahmen nicht mehr bei 1 sein, sondern könnte bereits 1,4 betragen. Aufgrund der Saisonalität wird dieser um max. 20 % absinken, also auch immer über 1 bleiben.

    Zur Kontrolle:
    Die AGES berichtet folgende Zahlen für die Woche 08.02.2021 bis 14.02.2021 (mit Anstieg gegenüber der Vorwoche)
    Altersgruppe Fälle Inzidenz = Fälle pro 100.000
    5-14 824 97,3
    15-24 1.321 138,2

  • #5

    MF (Dienstag, 23 Februar 2021 21:07)

    Sehr gut recherchiert, ich bin beeindruckt. Ein Punkt, der nicht sofort aus den Prävalenz herauszulesen ist: es gibt eine deutliche Verschiebung (1.,2. Welle vs jetzt) von den höheren Altersgruppen ü65 hin zu den jüngeren U25 was wahrscheinlich auf Impfschutz bei ü65 zurückzuführen ist, aber andererseits auch auf die höhere Übertragung durch B117 unter jüngeren. Demgegenüber steht aber einerseits die Vorgabe bei u10 erst bei einem 2.Fall im Verband eine Absonderung vorzunehmen und das komplette Fehlen von Schutz in der VS....also BITTE nicht auf die VS vergessen 5d/Woche in voller Klassenstärke ohne Abstand, ohne Maske, und das obwohl sogar die öst Gesellschaft für Pädiatrie ab einer Inzidenz von 50/100000 Schichtbetrieb und Maske empfohlen hat

  • #6

    MF (Dienstag, 23 Februar 2021 21:33)

    Coronavirus (COVID-19) Infection Survey, UK: 24 December 2020
    www.ons.gov.uk
    Unter pkt 4 Altersanalyse sieht man sehr schön wie sich B117 bei geöffneten Schulen in diesen Altersgruppen ausbreitet
    Danach waren die Schulen geschlossen