ÖLI-Appell: Stoppt Infektionen unter Schüler*innen! Schulen schließen!

Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz bei Kindern im Bundesländervergleich, Fitkurven mit 95%-Konfidenz¬intervall
Bild: Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz bei Kindern

Die Situation ist dramatisch und die Zahlen zeigen, dass Corona gerade in Schulen und Kindergärten grassiert. Die Kinder und Jugendlichen müssen, auch im Sinne des Schutzes aller Menschen in Österreich, vor Infektionen geschützt werden! Die 3. Welle erfasst gerade die Schulen und Kindergärten:

 

Die ÖLI-UG fordert daher:

  • umgehende Schließung der Schulen, bis die 7-Tage Inzidenz in Österreich wieder auf unter 50 gesunken ist
  • danach alle 2 Tage hochwertige Tests (PCR-Gurgeltests in Ballungsräumen und sensitive Selbsttests in den übrigen Regionen) für alle in der Schule Anwesenden und Beibehaltung aller bisherigen Maßnahmen

Die Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz bei Kindern im Bundesländervergleich zeigt einen starken Anstieg, Fitkurven mit 95%-Konfidenz­intervall. Nur in Vorarlberg sind die Inzidenzen stabil. In allen übrigen Bundesländern steigen die Zahlen stark an.

Bild: Entwicklung der 7 Tages Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen im Österreich-Schnitt
Bild: Entwicklung der 7 Tages Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen im Österreich-Schnitt

Das Wachstum bleibt bei Kindern, aber auch Jugendlichen konstant hoch, im Österreich-Durchschnitt beträgt es knapp unter 6 % bei den Kindern und knapp über 3 % bei den Jugendlichen. Zu Beginn der Osterferien werden wir österreichweit bei 400 liegen und über die Osterfeiertage wird sich das Virus weiterverbreiten.

 

Wenn jetzt nicht gehandelt wird, werden in den nächsten Wochen die Sars-CoV-2 Infektionen bei Kindern und Jugendlichen weiter zunehmen: Die Unabhängige Lehrer*innenvertretung/ÖLI-UG rechnet damit, dass bis zu den Sommerferien mehr als 72.000 Kinder und eine noch höhere Zahl an Eltern infiziert sind. Unter den Kindern werden mehr als 3.000 nach ihrer Infektion am chronischen Erschöpfungssyndrom leiden und nicht wenige Eltern werden schwer erkranken.

 

Dass Kinder und Jugendliche - wie eine neue Studie aus England(1) zeigt - über ihre Familien zu Multiplikatoren in der Pandemie werden, kann verhindert werden.

 

(1) https://www.bmj.com/content/bmj/372/bmj.n628.full.pdf

 


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Kommentare: 9
  • #1

    Hannes Grünbichler (Montag, 22 März 2021 13:06)

    Luftreiniger gehören für die Schulen angeschafft! Dies kann die Virenmenge in der Raumluft deutlich reduzieren und wird auch von der Berliner Charité und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft so empfohlen.
    Es bleibt ein Rätsel, warum das nicht erfolgt. Es gibt stattdessen einen Kompetenzstreit, wer dafür zuständig ist. Uns kann es egal sein, ob die Gemeinde oder der Bund dafür zahlt. Es wäre jedenfalls eine sinnvolle Investition.

  • #2

    Babsi (Montag, 22 März 2021 21:56)

    Ich bin für Sauerstoffzufuhr für die Regierung. Man ortet eine eklatante latente Unterversorgung. Nix für ungut

  • #3

    MF (Dienstag, 23 März 2021 06:36)

    Anschober sagt wenn die Kinder in der Schule sind werden sie wenigstens getestet....Das Testen ist in AT zum reinen Selbstzweck verkommen, es interessiert keinen österreichischen Politiker mehr ob SuS, Eltern, Lehrer krank werden. Ein Blick auf Twitter #BildungsclusterAT offenbart das Ausmaß: der franz. Bildungsminister sagt, Eltern sollen das Risiko krank zu werden oder zu sterben akzeptieren, damit die Kinder nicht im home schooling sind...Es ist erschütternd, wie wenig der Mensch zählt. Die Präsenzpflicht muss weg, solange die Bildungspolitik nicht in der Lage ist, sichere Rahmenbedingungen zu schaffen

  • #4

    Hannes Grünbichler (Dienstag, 23 März 2021 07:07)

    Hat man sich schon gefragt, was passiert, wenn alle Ü50-Jährigen geimpft sind und wir auf die Maßnahmen verzichten? Gilt dann nicht wieder R_eff >= 3 (oder vielleicht deutlich höher, wegen der Dominanz der britischen Virusvariante). Ist dann mit Impfen überhaupt so etwas wie eine Herdenimmunität erreichbar. Nein, meint dieser Beitrag auf https://www.n-tv.de/22442808 (mit Link zur Studie).

    Wird sich dann das Virus nicht noch rascher unter Jüngeren ausbreiten? Verlagert sich das Problem dann nicht auch neben den schweren Verlaufsformen mit Intensivpflichtigkeit auf „Long-Covid“ bei milden Verlaufsformen. Schließlich sind mindestens 10% der Erwachsenen und 5% der Kinder davon betroffen. Letzte haben keine Chance auf Therapieformen, Erwachsene können zumindest auf die Impfung setzen.

    Der Natur einfach ihren Lauf zu lassen ist sozial-darwinistisch und unethisch. Die Politik soll sich in ihren Entscheidungen eher an der wissenschaftlichen Faktenlage orientieren als an Umfragewerten. Dies stimmt mich sehr nachdenklich, wenn dies auch auf die Klimapolitik zutrifft.
    Die gestrige Entscheidung einmal abzuwarten ist eine Niederlage für die Wissenschaft. Aber auch kein Sieg der Politik. Schließlich meint auch die Wissenschaft, dass nur niedrige Infiziertenzahlen gut sind für die Wirtschaft und diese Problemlage scheint die Politik zu verkennen. Der Wirtschaft geht es dann gut, wenn die Zahlen niedrig sind. Und dann geht es den Menschen gut.
    Und wichtig für die Psyche der Kinder sind einerseits „finanziell gesunde“ Eltern, die keine Ängste um ihre Arbeit haben, und anderseits natürlich auch ihre sozialen Kontakte zu Freunden, zu Verwandten, zu ihnen Nahestehenden. Diese werden aber bei so hohen Inzidenzen, wie wir sie haben, „beschränkt“ bleiben. Auch das ist sehr belastend.
    Gerade deshalb wäre die Umsetzung der evidenzbasierten Vorschläge der Wissenschaft auf https://nocovid-europe.eu so wichtig. Dies müssten die Entscheidungsträger aber zuerst verstehen. Zum Verstehen gehört aber auch, sich damit auseinanderzusetzen, und nachdenken. Die Politik setzt sich lieber zusammen und tut eben nix.

  • #5

    MF (Dienstag, 23 März 2021 15:03)

    doi: https://doi.org/10.1101/2021.03.18.21253931
    Die Empfänglichkeit der 0-9 jährigen durch b117 ist um 27% höher, die der 10-19 um 16% als bei wildtyp. Und gerade bei U10 gibt es keine vernünftige Prävention

  • #6

    Sarah (Dienstag, 23 März 2021 22:24)

    Die Schulen müssen schließen, um endlich auch die LehrerInnen zu schützen!
    Das jetzt praktizierte systematische Vertuschen der Fälle in einer Schule durch die Schulleitungen und Bildunsdirektionen ist grob fahrlässig.

  • #7

    Markus (Mittwoch, 24 März 2021 09:01)

    Die öffentliche Diskussion über das TOTALVERSAGEN der Regierung beim Handling der Krise - vor allem bei der Durchimpfung - wird kann nur mit vielen PR-Millionen an den Boulevard kaschiert werden.
    Intelligente und managementerfahrene Politiker hätten die Millionen zuerst in den weltweiten Ankauf von Impfstoffen und in Raumlüftungen gesteckt. Die gute PR wäre von selbst gekommen und die Sebastian-Silbereisen-Inszenierungen wären keine Lachnummer mehr...

  • #8

    Hans (Mittwoch, 24 März 2021 12:28)

    In NÖ lässt man die LehrerInnen der Oberstufen ins offene Messer laufen!

    Tagelange Verzögerungen bei der Ausstellung der Absonderungsbescheiden und damit duzende Corona-positive SchülerInnen im Präsenzunterricht. Keine strukturierten Informationen durch die Schuldirektionen an die eigenen LehrerInnen ("Datenschutz"). Der Lokalpresse werden keine oder viel kleinere Zahlen gemeldet und auf "bei uns eh alles in Ordnung" gespielt.

    In Wien wurden wenigstens schon zigtausende LehrerInnen aller Schultypen geimpft - in NÖ werden wir von den tiefschwarzen Verantwortlichen nur verarscht und vertröstet. Hier wagt es auch niemand das ERBÄRMLICHE SCHEITERN der Kurz-Regierung bei der Impfstoffbeschaffung anzusprechen, um bei St. Sebastian und den allgegenwärtigen CV-Brüdern nicht in Ungnade zu fallen...

  • #9

    MF (Donnerstag, 25 März 2021 09:29)

    Bin ja schon gespannt, wie die hirn und planlose Bildungspolitik die angekündigte PCR Pflicht in den Schulen umsetzen will..
    1. Logistische Umsetzung ?? Wer macht wo welche Probe ?? Nasopharyngealer Abstrich geht für Kinder gar nicht, wer sollte den auch abnehmen..
    2. Wie gelangt die Probe wie schnell ins Labor??
    3. Wie schnell steht das Ergebnis zur Verfügung??? Der große Nachteil der PCR ist, dass es dauert bis ein Ergebnis vorliegt, bei 1,8 Mio SuS wird sich das auch nicht in 24 h ausgehen, eher 48h..
    Heisst dann 30 Kinder sitzen 2d gemeinsam im Klassenraum, und man kennt noch kein Testergebnis, dann kommt man darauf ohje da war einer positiv, ohje jetzt haben sich 30 Kinder und 5- 7 Lehrer doch angesteckt...und dadurch wurde es auch wieder in die Haushalte getragen....
    Testen alleine schützt nicht vor einer Infektion und auch nicht vor einer Weiterverbreitung ohne Individualprävention !@! Daran ändert auch die erhöhte Genauigkeit der PCR nichts, die mit dem Zeitdelay des Testergebnisses erkauft wird. Wir werden einige Wochen nach der Osterruhe, genau dasselbe Bild sehen wie jetzt