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Ohne Lockdown wird's nicht gehen

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Der Kontrollverlust bei den Schulen ist bereits eingetreten. Ein kurzer harter Lockdown mit Schulschließung ist notwendig geworden.

 

Wien, Graz (OTS) - Während die Politik über Maßnahmen streitet, geraten Systeme an ihre Grenzen der Belastbarkeit. Die Triage wird zur gelebten Realität. Wenn wir jetzt nicht solidarisch sind, wann dann? Solidarität verdienen Geimpfte und Ungeimpfte gleichermaßen. In der Schule sind viele Kinder und Jugendliche ungeimpft, zum Teil auch ihre Eltern. Ohne kurzen harten Lockdown mit Schulschließung, um die Zahlen massiv nach unten zu bringen, wird es nicht mehr gehen.

 

Die Unabhängige Lehrervertretung ÖLI-UG fordert von den politisch Verantwortlichen eine sofortige Reaktion. Es braucht einen Lockdown mit Schulschließung. Der stellvertretende Vorsitzende der BMHS-Gewerkschaft Hannes Grünbichler meint: „Wann, wenn nicht jetzt muss die Politik handeln? Auf Expert*innen ist zu hören! Die Strategie der ‚kontrollierten Durchseuchung‘ kostet Menschenleben. Jetzt muss man sich eingestehen, dass dieses Konzept gescheitert ist und es Systeme zum Kollabieren bringt.“  Uschi Göltl, stv. Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft, ergänzt: „Schickt die Schulen für 14 Tage ins Distance Learning. In der Pflichtschule kann man eine Notbetreuung bei strenger Maskenpflicht aufrechterhalten. Das hat bereits einmal funktioniert.“

 

Die zwei Wochen des Distance Learnings sollen genutzt werden, um

  • den Lehrpersonen Zeit fürs „Boostern“ zu verschaffen,
  • ein funktionierendes PCR-Test2Stay-Konzept aufzubauen (mit dreimaligem Testen),
  • die Schulen mit FFP2-Masken (auch Kindermasken) zu versorgen,
  • Klassenräume mit Luftreiniger auszustatten,

 und

  •  Kindern und Jugendlichen das Impfen zu ermöglichen.

Nur mit einem „wirklich stringenten Schutzkonzept“ kann man Schulen dann wieder öffnen und auch offenhalten.

 

Für die ÖLI-UG-Lehrer*innenvertretung:

Claudia Astner, Vorsitzende der ÖLI-UG (APS, astner@oeli-ug.at)

Hannes Grünbichler, Vorsitzender der ÖLI-UG (BMHS, gruenbichler@oeli-ug.at)

Gerhard Pušnik, stv. ÖLI-Vors., VLI-Vorsitzender (AHS, pusnik@oeli-ug.at)

Peter Novak, stv. ÖLI-Vors., kuli-UG-Vorsitzender (APS, novak@oeli-ug.at)

Ursula Göltl, stv. UGÖD-Vorsitzende (AHS, goeltl@oeli-ug.at)

Josef Gary Fuchsbauer, GÖD-Vorstandsmitglied (ÖLI-Bundeskoordinator, fuchsbauer@oeli-ug.at)

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Kommentare: 10
  • #1

    Sabine (Mittwoch, 17 November 2021 18:07)

    Ich danke euch. Diese Woche wurden die PCR Tests nicht ausgewertet. Die billigen Tests funktionieren nicht. Viele Kinder Husten schwer und haben Schnupfen. Sind alle in der Schule. Wie soll das weitergehen?

  • #2

    Karl (Mittwoch, 17 November 2021 22:43)

    Der Zwang zum Präsenzunterricht ist GROB FAHRLÄSSIG. Die Inzidenzzahlen bei SchülerInnen gehen durch die Decke und Erkrankungen in der Lehrerschaft werden billigend in Kauf genommen.
    Die FFP2 Maskenpflicht funktioniert nicht (wer glaubt ernsthaft, dass Schüler 10 Stunden lang korrekt eine Maske tragen). Sitzplätne in 36er Klasen sind eine Farce, wenn Sonderräume und Schulweg nicht erfasst werden...


  • #3

    Sabine (Donnerstag, 18 November 2021 05:23)

    Ich bin gesundheitlich mittlerweile auch angeschlagen. Lunge schmerzt, Kopf brennt. Test negativ. Wie lange noch? So kann ich mir nicht einmal die dritte Impfung holen.

  • #4

    Karin (Freitag, 19 November 2021 21:51)

    Die Schulen sind mittlerweile bestens für den Hybridunterricht ausgestattet worden:
    Alle Klassen haben Lehrerlaptops, ein Audiosystem, Mikros und Smartboards, sodass wir für die SchülerInnen zu Hause den Unterricht live übertragen können. Umgekehrt können wir im Quarantänefall von daheim aus mit unseren Dienstlaptops (natürlich
    mit Dokumentenkamera und Internetstick ausgestattet) den Unterricht für die Schüler in die Klassen bzw. nach Hause übertragen.
    Das Bildungsministerium hat wirklich mitgedacht, alles bestens vorbereitet und optimal investiert!

    *** Ironie Ende ***

  • #5

    Babsi (Samstag, 20 November 2021 06:04)

    Die Schulen sind offen, die PCR Tests wurden 2 Wochen nicht ausgewertet. Die tatsächlichen Zahlen stimmen deshalb nicht. Ich bin entsetzt, was unsere Bildungsverantwortlichen von sich gegeben haben.
    Jeder wie er mag - nach aktiv die Richtung in dieser so gefährlichen Zeit bestimmen zu wollen oder zu können, klingt das nicht. Und für diese magere Arbeitsleistung streichen die Verantwortlichen sehr sehr gute Gehälter ein. An der Front versuchen einfache Lehrer und Lehrerinnen, das sinkende Schiff zu retten. Unterstützung dabei erfahren wir keine. Da meine Schülerinnen und Schüler sehr gerne den Unterricht besuchen, sind am Montag alle 23 da. Die Hälfte davon jetzt schon mit bellendem Husten, niesend, laufender Nase und auch eigenartigen Ausschlägen im Gesicht. Erbrechen, geschwollene, rinnende Augen sind nun auch noch hinzugekommen.
    Wenn irgendjemand glaubt, dass wir die Kleinen am Montag im Unterricht zwingen, undichte Stofffetzen vor das Gesicht zu spannen, dann hat er oder sie sich getäuscht. Da ich als Klassenlehrerin anscheinend sowieso für alles die Entscheidung und auch Verantwortung übernehmen muss, was in dieser Pandemie passiert, entscheide ich auch das. Und wehe dem, der mich dafür abmahnen möchte oder nachträglich Gscheithaferl spielt. Die Situation ist unerträglich geworden.

  • #6

    Josef (Samstag, 20 November 2021 16:38)

    Hab ich einen Denkfehler, wenn ich meine, dass doch der richtige Zugang zu einem Schullockdown der Folgende gewesen wäre?
    BMBWF und alle Bildungsdirektionen teilen einmütig mit:
    - Ab Montag, 22.11.2021, findet generell Fernunterricht statt.
    - Eltern, die ihre Kinder trotzdem in die Schule schicken müssen, können dies tun.
    - Die in den Schulen anwesenden Kinder haben in den Klassen am Fernunterricht
    teilzunehmen, entweder an mitgebrachten eigenen oder an schuleigenen Geräten oder notfalls ohne Geräte - wobei Letzteres nur möglich ist, wenn die Lehrperson in der Klasse anwesend und von hier aus den Fernunterricht halten kann.
    - Lehrpersonen, die nicht gem. Stundenplan in der Klasse anwesend sein können,
    aber nicht im Krankenstand sind, machen den Fernunterricht von zu Hause; in der
    Klasse ist dann eine Lehrperson eingeteilt und anwesend, die dafür die vorgesehen
    Coronaabgeltung (ca halbe Stunde) bekommt.
    - Schwangere Lehrer*innen und CoVid-Risiokopersonen sowie Lehrpersonen in
    Quarantäne können während des Lockdowns den Fernunterricht wie im vorigen
    Absatz beschrieben von zu Hause halten.
    - Erkrankte Lehrer*innen sind wie üblich zu supplieren.

  • #7

    Babsi (Samstag, 20 November 2021 21:05)

    Ja, das wärevernünftig gewesen. Danke für die Zusammenfassung. Lg

  • #8

    Sabine (Sonntag, 21 November 2021 08:53)

    Könnte man Herrn Mückstein davon in Kenntnis setzen, dass an den Volksschulen noch papiertests eingesetzt werden, die sehr oft nicht mehr funktionieren. Die Schulen wurden angeblich angehalten, das alte Zeug aufzubrauchen, obwohl neue Antigentests, wie man sie in der Apotheke bekommt, in den Schulen lagern. Weiters hätten wir gerne PCR Tests die auch ausgewertet werden. Was redet er da eigentlich beim Interview? Läuft alles anders als er erzählt.

  • #9

    Martin (Sonntag, 21 November 2021 22:07)

    Schrödingers Unterricht:
    gleichzeitig in Präsenz und doch wieder nicht. Aber dafür zum selben Zeitpunkt im Distance-Learning und auch wieder nicht.
    Das alles deshalb, weil Kinder und Jugendlichen DIE Pandemietreiber & Schulen DIE Ansteckungsherde schlechthin sind und Schüler gleichzeitig beim Infektionsgeschehen keine Rolle spielen & Schulen die pandemiesichersten Orte sind.

    Nur ein Zustand ist eindeutig: Die politischen Akteure handeln in etwa so klug und effizient wie eine TOTE Katze...

  • #10

    Sabine (Sonntag, 21 November 2021 22:47)

    Hab grad in zib 2 ein Interview mit unserem Gesundheitsminister gehört. Aus gesundheitlichen Gründen war es die letzte politische Meldung die ich mir anhören werde. Ich möchte kein Magengeschwür!!!!
    Ich bin dabei aber zur Überzeugung gelangt, dass es überhaupt keinen Sinn machen würde, einem dieser Herren auch nur irgendetwas zu schreiben. Sie sind viel zu überzeugt von sich selbst, und davon alles richtig gemacht zu haben.
    Wenn, dann müsste die Gewerkschaft jetzt mit Ehrlichkeit und Härte auftreten, und endlich alles einfordern, was uns für die Schule versprochen worden ist. Nur leider hört man da auch nicht wirklich viel. Zumindest von der Göd nicht.
    Wenn schon Herr Fassmann vor Schulbeginn verkündet hat: die Schulen sperren auf, allerdings unter verschärften Hygiene Bedingungen wie Masken und LUFTFILTER, dann heißt das für mich im Umkehrschluss, dass wir ohne LUFTFILTER die Schulen doch gar nicht öffnen hätten dürfen. Habt ihr sie schon?